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Michael Rezagholinia zeigt seinem Sohn Bela den Umgang mit dem Luftgewehr. 

Schwanheim

Frankfurt-Schwanheim: Hochleistung und Breitensport

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TuS 1872 zeigt beim Neujahrempfang seine Nachwuchssportler. Manche Talente sind Mitglied der Nationalmannschaft.

Langsam füllt sich der Boden der kleinen Halle mit weißen Bällen, während sich Melina und ihr Trainer auf der Tischtennisplatte ein feuriges Duell liefern. Das Nachwuchstalent, immerhin Fünftbeste bei den Hessischen Meisterschaften, muss nicht viele Bälle gegen ihren erfahrenen Trainer einstecken.

Damit steht die junge Tischtennisspielerin exemplarisch für die Turn und Spielvereinigung (TuS) 1872 Schwanheim, die am Sonntag zum Neujahrsempfang lud und Freunden und Kollegen aus Politik, Sport und Vereinswesen die Arbeit des Vereins näherbrachte. Die Spielvereinigung, die etwa 650 Mitgliedern zählt, hat sich ins Zeug gelegt, die anwesenden Gäste zu beeindrucken. Bei Sekt und einem Buffet aus der Schwanheimer Dorfspezialität, dem „Deckelchen“, einer runden Brotschnitte, stellen sich die einzelnen Abteilungen des Vereins mit sportlichen Vorführungen vor.

Zu den interessantesten Talenten des Vereins gehört der 20-jährige Kris Großheim. Seit acht Jahren trainiert der Sportschütze bei der TuS. „Ich wollte erst Bogenschießen machen, das gab es aber in der Nähe nicht. Dann habe ich mir das Schießen angeschaut und war sofort mitgerissen.“ Eine gute Entscheidung, denn kaum anderthalb Jahre später wurde er Deutscher Juniorenmeister. „Meine Hauptdisziplin ist die sogenannte Laufende Scheibe – das Schießen auf ein bewegtes Ziel“, sagt der Schütze der Nationalmannschaft.

An Schwanheim schätzt Großheim das Umfeld sowie das Training. „Im regulären Training üben wir das Schießen aus allen Lagen, es ist viel Abwechslung dabei. Wir sind etwa zehn Leute, das ist zwar keine ganz große Gruppe, aber eine gute Größe.“ Der bisherige Höhepunkt in der Karriere des 20-jährigen Talents ist der Gewinn der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 2018 in Südkorea in seiner Disziplin Laufende Scheibe – ein spektakulärer Erfolg, für ihn wie für den Verein.

Ein weiteres Prestigeobjekt des Vereins ist die erfolgreiche Badminton-Abteilung, die momentan Tabellenführer in der dritten Liga ist und den Aufstieg fest ins Auge gefasst hat. Sven, Bela und Simon lassen den Ball bei einem Probematch so rasant durch die Halle fliegen, dass schnell klar wird, dass ihr Sport wenig mit einer Partie Federball zu tun hat. „Ich wurde in den Sport quasi reingeboren“, sagt Sven. Der Schwanheimer hat wie viele seiner Teamkollegen bei der TuS mit Badminton begonnen. „Mich begeistert einfach, wie schnell der Sport ist, wie viel Action in einem Spiel ist“, sagt der 25-Jährige.

Neben Hochleistungssport bietet der Verein auch Angebote für jedermann. „Ich bin seit ein paar Jahren beim Seniorentanzen dabei“, erzählt eine Frau, die mit ihrer Enkelin die Veranstaltung besucht. Auch die Dreijährige ist bereits Mitglied, beim Kinderturnen. „Zwei meiner vier Enkelkinder sind hier. Ich erinnere mich, wie ich selbst mit fünf hier in der Halle zu Turnvater Jahn stand“, erzählt die gebürtige Schwanheimerin. „Dann war ich lange Zeit raus, weil ich keine Zeit hatte und hab jetzt erst wieder angefangen. Man trifft viele Leute aus der Gegend und es ist schön, so etwas in der Nähe zu haben.“

Vielleicht ist es dieser Spagat, zwischen Leistungssport und familienfreundlichen Freizeitsport, der den Verein für viele Schwanheimer zu etwas Besonderem macht.

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