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Mobilität

Frankfurt schwach bei E-Mobilität

  • vonBrüggemann
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Nur 26 öffentliche Ladepunkte pro 100 000 Einwohner – Mainova einziger Versorger.

Während Elektroautos in Deutschland boomen, verliert Frankfurt den Anschluss bei der Infrastruktur für die Stromer. Unter den zehn größten deutschen Städten ist die Infrastruktur bloß in Köln noch schlechter.

Im vorigen Jahr hat sich die Anzahl der Elektroautos in Deutschland verdreifacht. Die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur in Frankfurt ist bislang allerdings äußerst dünn. Nur 26 öffentliche Ladepunkte je 100 000 Einwohner gibt’s in Frankfurt. Spitzenreiter Stuttgart bietet immerhin 78. Das zeigen die Zahlen der Bundesnetzagentur und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Für Frankfurt meldet die Bundesnetzagentur insgesamt 199 Ladepunkte.

Stadt setzt allein auf Firmen

Die Erkenntnis, dass das Angebot zu gering ist, haben die Stadtpolitiker schon lange. 2009 hatten die Stadtverordneten bereits beschlossen, dass Frankfurt eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität einnehmen solle.

Doch während Berlin 2013 anfing, selbst ein Ladesäulennetz aufzubauen, wartet Frankfurt ab. Das schien nicht unklug: Der private Betreiber Allego wollte 280 normale und 80 Schnellladesäulen bauen. Allerdings machte er im vorigen März einen Rückzieher. Der Bau von Ladesäulen im öffentlichen Raum sei nicht wirtschaftlich.

Inzwischen wollen die Stadtverordneten 875 Normal- und 350 Schnellladepunkte bis 2030 gebaut wissen. Dafür setzt Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) weiterhin rein auf Unternehmen. „Mehrere Anbieter haben Interesse an Standorten“, erklärt Franks Referentin Andrea Brandl.

So wolle „On Charge“ in diesem Jahr loslegen. Bereits vor einem Jahr habe Qwello angefragt und werde „dieses oder nächstes Jahr starten“, kündigt Brandl an. Aktuell aber sei der Frankfurter Versorger Mainova der einzige, der „aktiv den Ladesäulenaufbau“ betreibe.

Derzeit prüfe Mainova, „inwieweit der Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Bereich weiter wirtschaftlich umgesetzt werden kann“, erklärt Sprecher Sven Birgmeier. So sollen 20 Schnellladesäulen an zwölf Standorten mit 40 Ladepunkten im Stadtgebiet entstehen. Einen „Ladehotspot“ könnte es in Kalbach-Riedberg nahe der A661 geben. Doch setzt die Mainova stärker auf den Ausbau von Ladesäulen im halböffentlichen und privaten Bereich. „Bei Wohnungsbaugesellschaften, Supermärkten, Unternehmen oder kommunalen Liegenschaften wie Schulen oder Rathäusern existieren bereits Parkplätze“, erklärt Birgmeier. Und die Grundstückseigner könnten unkompliziert separate Bereiche für E-Fahrzeuge reservieren.

Der Sprecher weist auch auf das Grundproblem hin: „An den eigenen Ladepunkten im öffentlichen Raum ist Mainova an einer möglichst hohen Ladefrequenz gelegen.“ Viele öffentliche Ladesäulen rechnen sich bisher nicht, weil sie zu wenig genutzt werden. Ohne sie als Basisinfrastruktur aber ist der E-Auto-Kauf weniger attraktiv.

Die fehlenden öffentlichen Ladesäulen werden aktuell auch für ein weiteres umweltfreundliches Mobilitätsangebot zum Problem. Anbieter von nicht stationsbasiertem Carsharing würden gern ihre Flotten auf E-Autos umstellen. Das fordern die Stadtverordneten sogar ausdrücklich als Voraussetzung, damit Fahrzeuge in Parkscheinzonen parken dürfen. Da die Ladesäulen aber fehlen, können die Anbieter ihre Flotten nicht umstellen. Mit jeder neuen Parkscheinzone reduziert die Stadt dadurch faktisch stets das Carsharingangebot immer weiter.

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