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Pflegedirektor Martin Hußing demonstriert das Anlegen und die Funktion des neuen Schutzanzugs.
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Pflegedirektor Martin Hußing demonstriert das Anlegen und die Funktion des neuen Schutzanzugs.

Medizinische Gefahrenabwehr

Frankfurt: Schutzanzüge für den Ernstfall

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Frankfurts Krankenhäuser bekommen neue Schutzanzüge gegen chemische und biologische Gefahren. Neben der Technik kommt es auch auf stetige Schulungen und Übungsszenarien an.

Zunächst schlüpft Martin Hußing in die Beine des gelben Schutzanzugs. Der Pflegedirektor des Krankenhauses Nordwest kann den Übungsanzug nur mit Hilfe einer weiteren Person anziehen. Zunächst in die Ärmel, dann bekommt er grüne Handschuhe und ein Gebläse um den Bauch, dass ihn mit Luft versorgt. Erst dann kann er das Kopfteil des Anzugs aufsetzen. Drei Stunden könnte er in dieser Montur nun im Ernstfall arbeiten. Er zeigt den Anwesenden abschließend, wie die Versorgung eines kontaminierten Menschen in der Fahrzeughalle am Krankenhaus beginnen würde.

15 Frankfurter Krankenhäuser haben am Dienstag vom Gesundheitsamt jeweils sechs dieser gelben Übungsschutzanzüge und zwölf graue Schutzanzüge, die für echte Gefahrensituationen gedacht sind, bekommen. Die Ausrüstung werde im Falle einer chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahrenlage (CBRN-Lage) zum Einsatz kommen, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Knapp 35 000 Euro investiert die Stadt in die neue Schutzausrüstung.

Seit Jahren bereite man die relevanten Einrichtungen, zu denen auch die Feuerwehr gehöre, auf mehreren Ebenen vor. Neben der Ausrüstung, die höchsten Ansprüchen genügen müsse, gehören dazu auch vielfältige Übungen. Marion Verg, Leiterin der Medizinischen Gefahrenabwehr beim Frankfurter Gesundheitsamt, berichtet, dass sie mehrmals im Jahr in die Krankenhäuser gehe und Gefahrenszenarien proben lasse. „Die Abläufe müssen im Ernstfall bekannt sein und funktionieren.“ Die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei neben der optimalen Ausrüstung essenziell.

Die neuen Atemschutzanzüge könnten somit beispielsweise bei Chemieunfällen in Frankfurt eingesetzt werden. Auch auf einen biologischen Ernstfall etwa mit dem Stoff Rizin könne so reagiert werden. Terrorismus mit biologischen Mitteln sei demnach ein Szenario, auf das man sich vorbereite.

Falko Rapp, Geschäftsführer des Krankenhauses Nordwest, sagt, dass man vorsorglich für den Katastrophenfall gerüstet sei. Durch die regelmäßigen Übungen und die vorhandenen Pläne für den Gefahrenfall könne sich die Bevölkerung darauf verlassen, dass die Beteiligten wüssten, was zu tun sei. „All das leisten wir noch neben dem gewohnten Tagesgeschäft.“

Die neue Version der Schutzanzüge für CBRN-Lagen musste auch angeschafft werden, weil das Haltbarkeitsdatum der bisherigen abläuft. Die Gebläseeinheit der Schutzanzüge ist so konzipiert, dass eine langfristige Nutzung bei intervallmäßiger Wartung vorgesehen ist.

Neu hinzu kommen die bereits erwähnten gelben Übungsanzüge, die mehrfach verwendbar sind. Dank dieser Monturen müssen bei Übungsszenarien nun nicht mehr die echten Schutzanzüge genutzt werden, so wie es zuvor der Fall war.

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