Kultur

Frankfurt: Schultheater-Studio wird stärker gefördert

  • vonClara Gehrunger
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Die Stadt Frankfurt und das Land Hessen schließen eine Kooperationsvereinbarung zu schulischen Theaterangeboten. Zukünftig gibt es mehr Räume und mehr Geld.

Der Bedarf an schulischen Theaterangeboten nimmt zu. Elke Mai-Schröder, die Leiterin des Schultheater-Studios Frankfurt, verzeichnet eine stark wachsende Nachfrage nach Projekten sowie Fort- und Weiterbildungen des Schultheaters.

Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Hessens Kultusstaatssekretär Manuel Lösel (CDU) stellten als Reaktion darauf gestern eine Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung des theaterpädagogischen Zentrums mit Sitz in der Nordweststadt vor. Zu der bereits bestehenden Förderung durch die Bereitstellung von Räumen in der Ernst-Reuter-Schule kommen laut Weber Räume im „stadtraumfrankfurt“. Außerdem werde die finanzielle Unterstützung aufgestockt. So solle die Fördersumme von 133 000 Euro im Jahr 2018 auf 264 000 Euro im nächsten Jahr steigen.

Zielgruppe vergrößern

Weber betonte, Theater trage wesentlich zur Identitätsfindung von Kindern und Jugendlichen bei und verbinde „über kulturelle Traditionen hinweg“. Die Aufgabe des Schultheater-Studios sei deswegen wichtiger denn je.

Dank der neuen Räumlichkeiten könne das theaterpädagogische Zentrum seine Zielgruppe etwa für die Ferienspiele vergrößern, sagte die Dezernentin. Die umliegenden Stadtteile seien „ein riesiges Einzugsgebiet“. Außerdem sei die Nähe zum Gallus-Theater praktisch, mit dem das Schultheater-Studio bereits kooperiere.

Das seit 1991 bestehende Schultheater-Studio ist einerseits Fortbildungsinstitut für Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie Theaterschaffende in Frankfurt und Umgebung. Andererseits entwickeln die vier festen und 40 freien Theaterpädagogen und -pädagoginnen immer wieder neue Projekte zum Beispiel zur Gewalt- und Suchtprävention und unterstützen bei der Entwicklung von Theaterangeboten an Schulen in der Stadt und der Region.

Freie Unterrichtsgestaltung

„Wir haben Workshop-Modelle entwickelt, die sich bewährt haben“, sagte die theaterpädagogische Leiterin Katharina Fertsch-Röver. Insbesondere gehe es darum, Kindern die Bühne zu geben, damit sie auf ihre Art mit den jeweiligen Themen umgehen könnten.

Diesen Freiraum sieht Staatssekretär Lösel als großen Vorteil des Unterrichtsfachs Darstellendes Spiel gegenüber anderen Bereichen. Schultheater trage zur Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen bei, auch weil das Fach nicht so fest an den Lehrplan gebunden sei wie solche im naturwissenschaftlichen Bereich. Dadurch könnten sich Lehrkräfte und Schüler stärker einbringen und den Unterricht kreativer gestalten.

In der Sekundarstufe II etabliere sich Darstellendes Spiel inzwischen fest als Unterrichtsfach, berichtete Weber. Langfristig wünsche sie sich, dass das Fach überall planmäßig auf dem Lehrplan stehe.

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