1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Schulterschluss für Multifunktionsarena am Stadion

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Timur Tinç

Kommentare

Die Animation einer möglichen Halle am Stadion von den Machern der Machbarkeitsstudie AS+P.
Die Animation einer möglichen Halle am Stadion von den Machern der Machbarkeitsstudie AS+P. © AS+P

Der Frankfurter Magistrat beschließt die vertiefte Prüfung am Standort Parkplatz P9. 750 000 Euro stehen zur Verfügung. Die Stadtverordneten sollen im September abstimmen.

Nach jahrelangem Streit über den Standort einer möglichen Multifunktionsarena in Frankfurt gibt es den ersehnten politischen Konsens. Am Freitag hat der Magistrat beschlossen, den Parkplatz P9 am Stadion als möglichen Standort für den Bau einer Multifunktionshalle einer vertieften Prüfung zu unterziehen. „Das ist der offizielle Startschuss“, freute sich Sport- und Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Die Federführung liegt bei der Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH (SSF), die zu 100 Prozent der Stadt gehört. Sie bekommt 750 000 Euro, um unter anderem die Themen Verkehr, Mobilität, Betrieb und Investment abzuprüfen.

Josef hatte im März eine Machbarkeitsstudie vom Stadtplanungsbüro Albert Speer+Partner (AS+P) für das Areal vorgestellt, wo es bereits seit 2006 Baurecht gibt. „Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative hierzu, da für die anderen diskutierten Standorte kein Planungsrecht besteht – und somit an anderer Stelle im Stadtgebiet in absehbarer Zeit keine Multifunktionsarena errichtet werden kann“, betonte Josef.

Eine klare Absage an eine zweigleisige Planung, worauf der Basketball-Bundesligist Frankfurt Skyliners gehofft hatte, der eine Arena am Kaiserlei bauen wollte. Der Flughafen, wo ursprünglich die Katz Group das Projekt „The Dome“, eine Arena mit 23 000 Plätzen für Zuschauer:innen realisieren wollte, war ohnehin nicht mehr im Spiel. „The Dome“ hatte im März, zeitgleich als Josef seine Machbarkeitsstudie vorstellte, vollmundig angekündigt, im Mai einen neuen Standort zu präsentieren. Bis heute ist nichts passiert.

Am Stadion könnte eine Halle mit einer Kapazität für 13 500 Menschen entstehen. Aufgrund der gestiegenen Baukosten nannte Josef gestern eine Investitionssumme von 200 Millionen Euro statt 180 Millionen Euro. Für den Umbau des Brückenwerks, der Errichtung neuer Stellplätze am Waldparkplatz sowie den Bau eines neuen Parkplatzes auf dem Stadiongelände für Gästebusse waren von AS+P rund 57 Millionen Euro veranschlagt worden.

„Uns ist es wichtig, jetzt insbesondere die ökologischen und wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen sowie die städtebaulichen und verkehrstechnischen Voraussetzungen zu klären, damit die Multifunktionsarena auf P9 errichtet werden kann“, sagte Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff. Parallel dazu würden mögliche Vergabe- und Realisierungsmodelle geprüft. „Unser Ziel ist die zeitnahe Realisierung einer Arena für den Spielbetrieb der Frankfurter Profiteams sowie für nationale und internationale Sport- und Kulturevents.“

Ein gewichtiges Mitspracherecht hat Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt. Die Nutzungsrechte des bis 2035 geschlossenen gewerblichen Mietvertrags über das Stadion und Stadiongelände liegen exklusiv bei der Eintracht. „Es kann nur eine Halle gebaut werden, wenn die Eintracht sich mit der Stadt einvernehmlich auf das Modell der Nutzung und des Betriebs verständigt“, hatte Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann in der FR betont.

Im September sollen die Stadtverordneten über die Vorlage abstimmen. Die Koalitionsfraktionen aus SPD, Grünen, FDP und Volt hatten sich bereits im März positiv gegenüber dem Vorhaben geäußert.

Auch interessant

Kommentare