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Die Grundschüler proben den Weg zum neuen Standort auf dem Uni Campus Westend.

Forderungen

Frankfurt: Weg zum Schulcampus ist zu gefährlich

Eltern fordern weitere Maßnahmen, damit Holzhausenschüler sicher zum Unterricht gelangen. Es sei eine Frage der Zeit, wann es zum ersten Unglück kommt.

Mit kleinen Schritten trippelt eine Gruppe von Holzhausenschülern in der Max-Horkheimer-Straße vorwärts. Die Mädchen und Jungen schauen nach rechts. So können sie sehen, ob aus der Tiefgarage der Universität auf dem Campus Westend ein Auto kommt. Dass von links auch ein Auto ins Parkhaus hineinfahren könnte, daran denken sie in dem Moment nicht.

Die Schülergruppe hat sich zum Probelaufen getroffen. Mit dabei sind Eltern. Nach den Osterferien startet für die Grundschüler der Unterricht im Provisorium auf dem Schulcampus Westend an der Miquelallee. Die Grundschüler ziehen in das Provisorium, weil das marode Schulgebäude an der Bremer Straße saniert werden muss.

„Wir glauben, dass viele Kinder vom offiziellen Schulweg abweichen“, sagt Tim Voetmann von der Elterninitiative der Holzhausenschüler. Er ist Versicherungsmathematiker und beschäftigt sich beruflich mit Unfallstatistiken. Zum künftigen Weg zum Schulcampus Westend sagt er: „Die Frage ist nicht ob, sondern wann etwas passiert. Wir machen uns Sorgen. Und das hat nichts mit Helikopter-Eltern zu tun.“ Die Mädchen und Jungen müssten schließlich an Hauptverkehrsstraßen entlang laufen und starkbefahrene Kreuzungen überqueren.

Die Eltern fordern aber auch, Gefahrenpunkte etwas abseits des offiziellen Schulwegs zu sichern. Einer davon ist die Ein-/Ausfahrt beim Parkhaus in der Max-Horkheimer-Straße. Schilder mit der Aufschrift „Achtung Schulkinder“ sollten als Warnung für Autofahrer angebracht werden. Auch Lorenz Gempper, designierter Kinderbeauftragter für das Nordend-West und Mitglied der Elterninitiative, sieht Handlungsbedarf. Er ist davon überzeugt, dass der Verkehr in der ohnehin schon vielbefahrenen Sackgasse nach Ostern deutlich zunimmt, weil viele Elterntaxis dort halten werden, um Schüler aussteigen zu lassen. Nach Angaben des Sicherheitsdienstes der Uni fahren morgens von 7.30 bis 9.30 Uhr maximal 550 Autos durch die Sackgasse in die Tiefgarage, etwa 100 Fahrzeuge wenden dort, 150 Fahrzeuge fahren ins Wohngebiet und zur Philipp-Holzmann-Schule, und 50 Fahrzeuge liefern Waren an.

Gempper lobt aber ausdrücklich, dass viele Vorschläge der Elterninitiative – etwa Verbreiterung der Mittelinsel und längere Ampel-Grünphasen in der Hansaallee / Miquelalle oder Drängelgitter entlang des Fuß- und Radwegs Miquelallee – umgesetzt worden seien. „Das ist sehr positiv. Trotzdem gibt es noch dringenden Handlungsbedarf, damit alle Kinder aus dem Nordend-West sicher zum neuen Schulcampus Westend gelangen.“

Das soll bei einem Ortstermin mit Eltern, Schulleitung und Vertretern der Fachämter, zu dem das Stadtschulamt für Freitag, 28. Februar einlädt, erörtert werden. Die Leitung der Grundschule will dabei auch den offiziellen Schulweg präsentieren. Er führt von der Grundschule an der Bremer Straße Richtung Westen über die Kreuzung Bremer Straße / Hansaallee, dann die Hansaallee hoch in nördliche Richtung, bis links in die Max-Horkheimer-Straße eingebogen wird. Über die Rostocker Straße und Siolistraße gelangen die Kinder schließlich zum provisorischen Schulgebäude.

„Das ganze Zickzack kann ich mir nicht merken“, jammert Livius beim Probelaufen. Mit dem Problem wird wohl nicht nur er zu kämpfen haben. Voetmann regt deshalb an, eventuell den Schulweg farblich zu markieren. Das hätte zugleich den Vorteil, dass Rad- und Fußwege optisch zu erkennen wären. Denn auch das sei in der Hansaallee problematisch. Wie weit der Weg vom bisherigen Standort bis zum Provisorium ist, können die Erst- und Zweitklässler nicht einschätzen. Als ihnen Voetmann erklärt, dass es hin und zurück etwa 30 Minuten dauern wird, entfährt einigen ein ungläubiges „Waaaaaaas!“.

Weil Kinder zum Nachahmen neigen, bereitet Gempper vor allem die Hansaallee Kopfzerbrechen. Auf dem Abschnitt zwischen Bremer Straße und Miquelallee gibt es zwar drei Fußgängerampeln. Doch viele Jugendliche und auch Erwachsene überquerten die vierspurige Straße dort, wo es ihnen gerade einfalle – vor allem in Höhe des Rewe-Marktes. Um sicherzustellen, dass kein Kind dies nachmache, regt der 46-Jährige einen Zaun, wie in der Hansaallee/Ecke Miquelalle und Kunststoffpoller auf der Fahrbahn, die hoch genug sind, an.

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