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Ein Bild aus den Zeiten vor Corona.

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Frankfurt: Schluss mit den Anreize für mehr Flugverkehr

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Das Incentive-Programm soll gestrichen werden. Der Rückgang an Flügen hat sich im April fortgesetzt.

Fraport will auf die umstrittenen finanziellen Anreize verzichten, mit denen das Unternehmen neue Fluggesellschaften anlockt.

Wie das hessische Verkehrsministerium der Frankfurter Rundschau bestätigte, hat das Unternehmen einen Antrag gestellt, das sogenannte Incentive-Programm zu streichen. Laut einer Fraport-Sprecherin sollen vom 1. Januar an die Rabatte für zusätzliche Flugverbindungen ein Ende haben.

Unterdessen setzt sich der massive Rückgang am Flughafen Frankfurt weiterhin fort. 188 078 Passagiere registrierte das Unternehmen für den April. Ein Rückgang von 96,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert über die ersten vier Monate des Jahres betrug das Minus 45,7 Prozent, teilte Fraport am Donnerstag mit.

Startbahn West stillgelegt

Die Nordwestlandebahn und die Startbahn West sind stillgelegt. Terminal 2 ebenfalls. Die Reisebeschränkungen und die mangelnde Nachfrage wegen der Pandemie machen Deutschlands größtem Flughafen schwer zu schaffen.

6512 Starts und Landungen fanden im April statt: ein Rückgang um mehr als 85 Prozent. Die Höchststartgewichte gingen ebenso zurück wie das Cargo-Aufkommen, das sich um 20,7 Prozent verringerte. Grund seien vor allem fehlende Kapazitäten aus der Beiladefracht in Passagiermaschinen. Demgegenüber fanden im April deutlich mehr reine Fracht-Flüge statt als üblich, so der Konzern.

Im europaweiten Vergleich bleibt Frankfurt den Angaben zufolge in der Spitzenposition. „Gemäß aktueller Daten der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol fanden in Frankfurt im April mit durchschnittlich 218 Starts und Landungen pro Tag mit Abstand die meisten Flugbewegungen von allen europäischen Flughäfen statt“, heißt es in der Bilanz. „Damit ermöglicht der Flughafen weiterhin die Versorgung der Bevölkerung mit wichtigen Gütern und bietet ein Mindestmaß an Flugverbindungen für den Passagierverkehr.“

Erst 2023 wieder Normalität

Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte geht nicht davon aus, dass sich die Flugverkehrswirtschaft rasch erholt. Möglicherweise im Jahr 2023 könne ein „Jahr null mit einer neuen Normalität“ erreicht werden, sagte er dieser Tage.

Der Umfang eines Stellenabbaus sei noch nicht absehbar. Derzeit befinden sich etwa 18 000 der rund 22 000 Fraport-Beschäftigten in Kurzarbeit. Die Fertigstellung des neuen Terminal 3 könnte sich laut Schulte auf das Jahr 2024 verschieben. Bislang sollte das gesamte Gebäude in drei Jahren in Betrieb gehen. Flugsteig G sogar schon im nächsten Jahr.

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