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Messe Frankfurt stellt Schlafplätze für ukrainische Menschen bereit

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Von: Steven Micksch

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Der Großteil der Flüchtenden sind Kinder. In der Messe gibt es deswegen eigens eine Kinderbetreuung. boe
Der Großteil der Flüchtenden sind Kinder. In der Messe gibt es deswegen eigens eine Kinderbetreuung. boe © christoph boeckheler*

Die Stadt Frankfurt errichtet ein Erstversorgungszentrum in der Messehalle 1. Das Gros der Ankommenden sind Kinder, die Erwachsenen oftmals beunruhigt und aufgewühlt.

Frankfurt - Sechs Tierarten – vom Hasen über das Pferd bis hin zum Elefanten – und sieben Farben helfen in der Frankfurter Messehalle 1.1, die 46 aufgebauten Kabinen zu unterscheiden. Darin leben seit Freitagnachmittag in Frankfurt angekommene geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Die Stadt hat in der Messe ein Erstversorgungszentrum eingerichtet.

Bis zu 2000 Menschen sollen dort Platz finden, am Freitag (11.03.2022) war zunächst Platz für 836. Zwischen vier und sechs Personen sollen in den 18 bis 36 Quadratmeter großen Kabinen eine kurzfristige Unterkunft bekommen. „Sie sollen hier zunächst einen sicheren Ort und eine Übernachtungsmöglichkeit haben“, sagte Sozialdezernentin Elke Voitl (Grüne) am Freitag beim Pressegespräch vor Ort. Idealerweise ein bis zwei Tage solle der Aufenthalt dauern. „Ich wünsche mir, dass die Menschen schnell vom Land auf die Kommunen verteilt werden.“

Menschen aus Ukraine in kurzfristigem Quartier in Frankfurt willkommen heißen

Frankfurt sei aber ein Hotspot für die Flüchtenden aus dem kriegsgebeutelten Land. Es gehe nun darum, die Menschen willkommen zu heißen und ihnen einen sicheren Ort zu bieten. In der Messehalle finden sie Duschen, Verpflegung, Internet und eben einen Schlafplatz. Da mehr als 50 Prozent der Ankommenden Kinder seien, wurde auch eine Kinderbetreuung eingerichtet.

Betrieben wird das Erstversorgungszentrum vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB). Dierk Dallwitz vom DRK Frankfurt berichtet, dass diese Herausforderung noch mal die des Impfzentrums toppe. Man müsse sehr flexibel sein und schnell reagieren. Das Zentrum sei innerhalb von drei Tagen eingerichtet worden, sagt der Geschäftsführer. Auffällig sei, dass bei den Menschen kein Gefühl des Angekommenseins entstehe. Viele seien unruhig und besorgt um die Daheimgebliebenen, viele wollten eigentlich schnell zurück.

Frankfurt: Menschen aus der Ukraine emotional aufgewühlt

Thomas Müller-Witte, Geschäftsführer des Frankfurter ASB, bestätigt diesen Eindruck: „Die Menschen sind emotional aufgewühlt.“ Sie zu betreuen und ihnen vermutlich auch psychisch zu helfen, werde eine große Herausforderung für alle Beteiligten.

Bevor die Ukrainer:innen ihr kurzzeitiges Quartier in der Messe beziehen können, müssen sie einen Corona-Schnelltest machen. Wer positiv getestet werde, komme in einem gesonderten Hotel in Quarantäne.

Frankfurt: Fünf Hallen für Geflüchtete

ASB und DRK bitten zunächst darum, keine Sachspenden an die Messe zu bringen. Man wolle demnächst auf die Bevölkerung zugehen und den konkreten Bedarf, der auch ehrenamtliche Mitarbeit beinhalte, darstellen. Elke Voitl verweist auf die Internetseite frankfurt-hilft.de; dort könne man bereits jetzt mit Sachspenden, Wohnraum oder Engagement helfen.

Neben dem Erstversorgungszentrum hat die Stadt mittlerweile fünf Hallen für Geflüchtete eingerichtet. Mehr als 1000 Menschen haben darin Platz, die meisten sind voll belegt. Man sei bestrebt, weitere Kapazitäten zu schaffen, sagt Voitl, denn: „Die Zahlen werden weiter steigen.“ (Steven Micksch)

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