Ivi Frankfurt Umbau Hotel
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Das „IvI“ galt lange als einer der wichtigsten Anlaufpunkte für die linke Szene in Frankfurt und darüber hinaus.

Sieben Jahre nach Räumung

„IvI“ in Frankfurt-Bockenheim soll Hotel werden

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Im Kettenhofweg 130 sollen ein Hotel und ein Restaurant entstehen. Zehn Jahre lang war das Gebäude als „Institut für vergleichende Irrelevanz“ besetzt.

Frankfurt – Zehn Jahre lang war es von Anhängern der linken Szene besetzt, seit 2013 steht es leer und verfällt zusehends. Nun tut sich etwas in dem Gebäude am Kettenhofweg 130 direkt an der Senckenberganlage, das von 2003 bis zu seiner Räumung im April 2013 als „Institut für vergleichende Irrelevanz“ (IvI) ein überregional bedeutsames linkes Kultur- und Veranstaltungszentrum war.

Die K 130 GmbH aus Frankfurt, der das denkmalgeschützte Gebäude inzwischen gehört, will dort ein kleines Hotel mit 18 Zimmern schaffen. Im früheren Hörsaal des Gebäudes, das in den 50er Jahren als Sitz des Amerika-Institut der Goethe-Universität errichtet worden war, soll ein Restaurant entstehen.

Bauarbeiten am ehemaligen „IvI“ in Frankfurt-Bockenheim laufen bereits

Die Bauarbeiten liefen schon seit etwa acht Wochen, die Planungen seit ungefähr einem Jahr, teilte der zuständige Bauleiter Danny Azakir vom Frankfurter Architektenbüro „Dan & Lorin“ der Frankfurter Rundschau mit. Derzeit sei man vor allem damit beschäftigt, die Sanierung des Gebäudes mit dem städtischen Denkmalamt abzustimmen, etwa was die Baumaterialien und das Farbkonzept angehe. In eineinhalb Jahren sollten die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Noch gebe es keinen Betreiber für das Hotel, es solle aber kein „High-Class-Hotel“ werden, so Azakir. Da das Gebäude früher zur Universität gehört habe, sollten sich möglichst auch Studierende dort ein Zimmer leisten können.

Vorgaben vom Denkmalamt für Umbau des IvI

Lorena Pethig vom Frankfurter Denkmalamt sagte der FR, es gebe genaue denkmalschutzrechtliche Vorgaben für die Sanierung des Gebäudes, auf deren Einhaltung man achte. Die Zusammenarbeit mit dem Bauherren laufe gut, so Pethig. „Wir haben gute Abstimmungen hinter uns und noch vor uns.“ Derzeit werde ein weiteres Gutachten erstellt, in dem es vor allem um das Treppenhaus des Gebäudes gehe. Das äußere Erscheinungsbild des Hauses solle „möglichst authentisch wieder hergestellt werden“. Durch den jahrelangen Leerstand sei das Gebäude zwar „etwas ungepflegt“, die Bausubstanz sei aber nicht gefährdet, so Pethig.

Die Universität hatte die Besetzung des Gebäudes lange geduldet, es dann aber an die Franconofurt AG verkauft. Nach zähem Rechtsstreit, vielen Demonstrationen und politischen Reibereien war das Haus im April 2013 geräumt worden. (Hanning Voigts)

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