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Frankfurt schafft immer mehr Bezahlparkplätze

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Von: George Grodensky

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Gratis-Parkplätze werden immer seltener in der Stadt.
Gratis-Parkplätze werden immer seltener in der Stadt. © Michael Schick

Mehr Platz, saubere Luft: Stadt sieht viele Vorteile in der Parkraumbewirtschaftung.

Die Rückmeldungen zur Parkraumbewirtschaftung in Frankfurt sind überwiegend positiv, sagt Ingmar Bolle, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes. „Besser als gedacht.“ Er trägt am Montag Abend im Verkehrsausschuss vor, warum die Stadt auch gar nicht anders könne, als Geld fürs Parken am Wegesrand zu verlangen.

„Es ist ein Thema zu dem man die Geschichte kennen muss“, unterstützt Stefan Majer (Grüne), der städtische Dezernent für Mobilität. Besagte Historie ist eine der Grenzwertüberschreitungen. 2019 etwa war die Luftbelastung auf 119 Straßenabschnitten höher als erlaubt. Um den Stickoxiden Herr zu werden und natürlich den Klagen gegen die Überschreitungen, hat die Stadt Ende 2020 eine Luftreinhalteplanung beschossen. Autos, Lastwagen, Motorräder sind dabei besonders im Blick, mit 43 Prozent Hauptquellen von Stickoxiden in der Stadt.

Flächendeckende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge soll der Reinhalteplan verhindern. Und derzeit sehe es aus, als sei das geschafft, sagt Bolle. Wenn auch Fahrverbote nicht endgültig vom Tisch seien. Die Parkzonen sind zumindest ein Baustein zum Erfolg, sagt Bolle. Weitere sind der Ausbau der E-Mobilität. Auch ein besseres Angebot im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, ist Teil des Plans. Außerdem Tempolimits und Verkehrssteuerung.

Allerdings, sagt Bolle auch, sei die Luftreinhaltung nicht der einzige Grund, warum es Parkraumbewirtschaftung gebe. Der Wunsch (und die gerichtliche Aufforderung) für mehr saubere Luft in der Stadt zu sorgen, hätten den Prozess lediglich beschleunigt. Kostenpflichtige Parkplätze brächten auch andere positive Aspekte hervor. Sie überzeugten Pendlerinnen und Pendler davon, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Klar, das hilft der Umwelt. Aber auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Quartiere, in die viele Menschen einpendeln: Es werden Parkplätze frei. Für Menschen mit Bewohnerparkausweis. Oder für jene, die kurz zum Arzt wollen oder in ein bestimmtes Geschäft, führt Bolle aus. Also profitiere auch das lokale Gewerbe und der Einzelhandel. Der Parkplatzsuchverkehr nehme ab, auch das verkehrsgefährdende Falschparken. Obendrein verschönere sich das Stadtbild, weil der Straßenraum übersichtlicher werde. Nicht zuletzt, weil die Stadt eine Reihe von Schildern wieder abhängen könne.

So geht der Wandel von Bewohnerparkzonen in bewirtschaftete Zonen weiter. Das Quartier Nordend-Ost I ist seit 17. Oktober im Club. Es folgen sämtliche Bezirke des Westends und des südlichen Bockenheims. Im Anschluss geht es in Bornheim und im Ostend weiter, danach folgt Sachsenhausen. Wie schnell die Stadt das umsetzt, kann Bolle aber nicht sagen. „Wegen Problemen in der Materialbeschaffung kann es zu Verzögerungen kommen.“

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