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Die Busse der Linie 75 fahren bereits elektrisch.

Mobilität

Frankfurt schafft 24 weitere Elektrobusse an

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Mit zwei Dutzend neuen E-Bussen will Traffiq die Umstellung seiner Flotte vorantreiben. Bis 2025 könnte knapp die Hälfte der Buslinien mit Elektrobatterie oder Wasserstoff fahren.

Ab Mitte Dezember gibt es drei weitere Linien mit Elektrobussen in Frankfurt. Mit dem Fahrplanwechsel stellt die Stadt die Linie M60 auf Elektrobusse um. Außerdem fahren die Linien 33 und 37 dann elektrisch. Das geht aus dem Nahverkehrsplan 2025+ hervor. Traffiq-Sprecher Klaus Linek bestätigte die Angaben.

Die Linie M60 von Rödelheim Bahnhof über Heddernheim nach Alt-Eschersheim Im Uhrig wird demnach mit 13 elektrischen Standardlinienbussen betrieben. Auf der Linie 33 (Frankfurt Hauptbahnhof – Westhafen Rotfeder-Ring) fahren zwei elektrische Standardbusse. Auf der Linie 37 (Gutleut Briefzentrum – Frankfurt Hauptbahnhof) werden elf elektrische Gelenkbusse eingesetzt. Insgesamt kommen ab Dezember also 24 Elektrobusse hinzu. Bislang fahren fünf Elektrobusse auf der Linie 75.

Neue Buslinien

In Frankfurt wird es ab Dezember Metrobusse, Expressbusse und Quartiersbusse geben. Sie sind mit „M“, „X“ und „Q“ gekennzeichnet.

Metrobus-Linien (M) fahren rund um die Uhr, also auch nachts. Tagsüber sollen sie mindestens alle zehn Minuten fahren, an Sonn- und Feiertagen alle 15 Minuten, nachts jede halbe Stunde. Es handelt sich um die acht Linien M 32 (Westbahnhof - Ostbahnhof), M 34 (Gallus Mönchhofstraße – Bornheim Mitte), M 36 (Westbahnhof – Sachsenhausen Hainer Weg), M 43 (Bergen Ost – Bornheim Mitte), M 55 (Sindlingen Friedhof - Rödelheim Bahnhof), M 60 (Rödelheim Bahnhof – Alt-Eschersheim Im Uhrig), M 72/M 73 (Nordwestzentrum – Rödelheim / – Westbahnhof).

Expressbusse (X) zum Frankfurter Flughafen sollen auf Schnellstraßen fahren und nur an wenigen Haltestellen halten. Dies sind die Linien X 58 (Höchst Bahnhof – Flughafen Terminal 1), X 61 (Südbahnhof – Flughafen Terminal 1), X 77 (Cargo City Süd – Flughafen Terminal 3 – Südbahnhof).

Quartiersbusse (Q) übernehmen die Feinerschließung in die Stadtteile. Die Stadtbusse, die regelmäßig fahren, und die Bedarfsbusse, die je nach Bedarf eingesetzt werden, erhalten keine gesonderte Bezeichnung.

Nachts fahren neben den Metrobussen vier U-Bahn- und vier Straßenbahn-Linien jeweils in den Nächten vor Samstag, Sonntag und Feiertagen (U 4, U 5, U 7, U 8 sowie die Tramlinien 11, 12, 16, 18). Unter der Woche ist die Fahrgastnachfrage geringer. Dann werden die nächtlichen Schienenverbindungen durch Nachtbusse ersetzt. Sie fahren den Linienweg der Straßenbahnen und U-Bahnen und heißen N 4, N 5, N 7, N 8, N 11, N 12, N 16, N 18. fle

In Zukunft will die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq immer größere Anteile an Bussen mit alternativen Antrieben bestellen und schließlich komplette Linienbündel umstellen.

Die Linie 52 (Gallus Schloßborner Straße/Europaviertel West – Griesheim Jägerallee) soll ab Dezember 2021 elektrisch fahren, mit zwölf Bussen.

Ab Sommer 2022 soll es weitere 13 Busse, die mit Brennstoffzellen betrieben werden, auf der Linie 36 geben.

Bis Mitte 2022 wären damit 54 Busse mit Elektromotor oder Brennstoffzelle unterwegs.

Möglich wäre das auch bei der Vergabe des Bündels B (Westen) im Dezember 2022. Hier war zunächst geplant, alle 75 Fahrzeuge auf Brennstoffzelle umzustellen. Angesichts der sinkenden Nachfrage während der derzeitigen Corona-Pandemie und der hohen Kosten von Brennstoffzellenbussen empfiehlt der Traffiq-Aufsichtsrat nun eine Teil-Umstellung. Die Stadtverordnetenversammlung muss dem aber noch zustimmen.

Wie es im Nahverkehrsplan 2025+ heißt, will man mit der Umstellung von Dieselbussen auf Busse mit alternativen Antrieben den „heutigen und zukünftigen Anforderungen und Erwartungen an Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit gerecht werden“.

Auch sieht eine EU-Vorgabe („Clean Vehicles Directive“) vor, dass bis 2025 45 Prozent der neu zu beschaffenden Fahrzeuge ohne fossilen Antrieb auskommen müssten. Diese Vorgabe ist aber noch nicht in deutsches Recht überführt.

Derzeit fahren 370 Busse durch Frankfurt. 155 haben die neueste Euro-VI-Diesel-Norm. Fünf haben einen Batterieantrieb (Linie 75), die restlichen sind ältere Diesel.

Die Frankfurter Busflotte ist in sieben Buslinienbündel aufgeteilt. Ab Dezember 2020 werden drei dieser Linienbündel (C, D und E - Südmain, Ost und Stadtzentrum) ans städtische Verkehrsunternehmen In-der-City-Bus (ICB) direkt vergeben sein. Dies macht rund die Hälfte der Busverkehrsleistung aus. Die restlichen Linienbündel (A, B, F, G, H – Rödelheim, Höchst, Sachsenhausen, Midibus, Kleinbus) werden von privaten Verkehrsunternehmen betrieben.

Traffiq hatte schon 2018 ein Konzept vorgestellt, wonach die Stadt den kompletten Busverkehr bis 2030 auf Elektrobatterie oder Brennstoffzelle umstellen kann. Die Nahverkehrsgesellschaft empfiehlt dabei, jeweils zur Hälfte Brennstoffzellenbusse und elektrische Busse, die nachts geladen werden, einzusetzen. „Dieses Szenario ist am kostengünstigsten“, heißt es im Nahverkehrsplan, der im Auftrag von Traffiq entstand. Auf langen Umläufen kämen Brennstoffzellenbusse zum Einsatz. Batteriebusse übernähmen die kürzeren Umläufe bis rund 200 Kilometer.

Elektrische Busse mit Gelegenheitsladung empfiehlt Traffiq nicht. Der Fahrzeug- und Personalbedarf steige. Das Aufladen erfordere Pufferzeiten, was nur auf neun Prozent der Linien möglich sei. Die Ladestellen zu installieren sei teuer.

Die Mehrkosten durch die Umstellung von Diesel auf Wasserstoff- und Elektrobusse beziffert der Nahverkehrsplan mit 148 Millionen Euro. Diese Summe hänge auch von der Preisentwicklung der Busse mit alternativen Antriebstechnologien, der Infrastruktur und den Energiekosten ab.

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