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Frankfurt: Sara Steinhardt will Nachrückerin im Landtag werden

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Von: Florian Leclerc

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Sara Steinhardt bei dem Gespräch in einem Café im Gallus.
Sara Steinhardt bei dem Gespräch in einem Café im Gallus. Foto: Peter Jülich © Peter Jülich

Die FR trifft sich regelmäßig mit jungen Stadtverordneten zum Gespräch. Kurz vor dem Bürgerentscheid ist die Stadtverordnete Sara Steinhardt zuversichtlich, dass die Abwahl klappt.

Sarah Steinhardt trinkt schwarzen Tee mit Milch vor dem Backhaus Schröer an der Mainzer Landstraße und erzählt aus dem Leben einer Stadtverordneten. Vor einigen Tagen sei sie im Häuserwahlkampf durch das Gallusviertel gezogen, um für die Abwahl von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am 6. November zu werben.

Häuserwahlkampf sei nicht einfach: „Wenn man sagt, man kommt von der CDU, winken manche an der Tür gleich ab.“ Über das Abwahlverfahren wüssten die Menschen Bescheid. „Manche sagen, ich habe schon Briefwahl gemacht, andere, ich gehe auf jeden Fall zur Wahl.“ Steinhardt gibt sich zuversichtlich: „Im Gallus wurde das Quorum von 30 Prozent schon erreicht.“

Eine Straßenbahn rattert. Ein Flugzeug dröhnt. Steinhardt hält beim Sprechen inne. Wenn Ostwind bläst, starten die Flugzeuge in Richtung Stadt, weiß sie.

Dann kommt die 36-Jährige auf Feldmann zurück. Eine „Unverschämtheit“ sei es gewesen, dass er bei den vergangenen beiden Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung gefehlt habe. Feldmann nehme nur an Terminen teil, die ihm passten. Wenn es unangenehm werde, tauche er ab.

Eine „Unverschämtkeit“ nennt sie auch Feldmanns Ansinnen vor Mitarbeiter:innen der Binding-Brauerei, die Stadt könne beim Unternehmen einsteigen, damit das Werk in Frankfurt nicht schließen müsse. Er mache falsche Versprechungen, die durch keinen Beschluss der Stadtverordneten gedeckt seien.

Das Wort „Unverschämtkeit“ benutzt sie noch ein drittes Mal. Diesmal für den Protest von Abtreibungsgegner:innen vor Pro Familia im Westend. „Frauen haben das Recht, sich beraten zu lassen, wenn sie unsicher sind, was ihre Schwangerschaft angeht.“ Sie würde nie das Leben eines ungeborenen Kindes über das Leben einer Frau stellen, sagt die überzeugte Christin.

Die Serie

49 der 93 Stadtverordneten sind seit April 2021 neu im Frankfurter Stadtparlament. Die Frankfurter Rundschau begleitet sechs der neuen Stadtverordneten.

Vorgestellt wird die Arbeit von Daniela Mehler-Würzbach (Linke), Martin Huber (Volt), Simon Witsch (SPD), Sara Steinhardt (CDU), Mirrianne Mahn (Grüne) und Nathaniel Ritter (FDP). fle

Sara Steinhardt trifft sich zum dritten Mal mit der Frankfurter Rundschau für eine Serie über junge Stadtverordnete, die seit Frühjahr 2021 im Stadtparlament sind. Ihre Kinder sind mittlerweile größer geworden. ,Die Tochter ist jetzt fünf, der Sohn zwei Jahre alt. Die Arbeit als Lehrerin an der Schule am Mainbogen hat sie reduziert. „Am Freitag habe ich ‚frei‘ und arbeite mich durch etwa 500 Mails.“

Die politische Kommunikationsarbeit als Stadtverordnete und Vorsitzende der Frauen-Union Frankfurt, als Fraktionsvorsitzende der CDU im Ortsbeirat 1, habe sie nicht länger auf die Abendstunden schieben wollen, wenn die Kinder im Bett seien.

Die politische Kommunikationsarbeit könnte weiter zunehmen: Steinhardt kandidiert am 21. November bei einer CDU-Delegiertenversammlung als Stellvertreterin für ein Mandat bei der Landtagswahl in Hessen.

Der hessische Landtag wird im Herbst 2023 neu gewählt. In der Partei bewerben sich der CDU-Landtagsabgeordnete Ralf-Norbert Bartelt und der Stadtverordnete Albrecht Kochsiek um die Kandidatur für den Wahlkreis 36.

Der 36er ist einer von sechs Landtagswahlkreisen in Frankfurt. Er umfasst die Altstadt, das Bahnhofsviertel, die Stadtteile Dornbusch, Eschersheim, Gallus, Ginnheim, Gutleutviertel, Innenstadt und das Westend. Darunter sind einige Stadtteile, für die Steinhardt schon als Ortsbeirätin zuständig ist. „Bildungspolitik ist Ländersache. Für mich wäre es ein Traum, im Landtag bildungspolitisch zu arbeiten“, sagt Steinhardt. Wenn sie als Stellvertreterin gewählt werde, stehe sie als Nachrückerin bereit. Zuvor hoffe sie aber „sehr“, dass die Feldmann-Abwahl klappt. Am Wochenende trommle sie dafür an Info-Ständen, gemeinsam mit Volt, FDP und den Grünen. „Es ist nur schade, dass die SPD bei den meisten Veranstaltungen fehlt.“

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