+
Massenhaft Leihräder haben die Taucher an der Nizzawerft aus dem Main gefischt.

Nizzawerft

Frankfurt: Massenhaft Leihräder im Main – Schrottsuche im Fluss 

  • schließen

Bei Vorarbeiten für die Sanierung der Nizzawerft ziehen Bagger allerhand Schrott aus dem Main. Auch eine Artilleriegranate zählt zu den Fundstücken.

  • Bei einer Schrottsuche im Main wurden unzählige Gegenstände gefunden.
  • Im Fluss, der durch Frankfurt fließt, wurde auch eine Artilleriegranate entdeckt
  • Leihräder zahlreicher Anbieter haben ebenfalls ihren Weg in den Main gefunden. 

Frankfurt – Der Schrotthaufen auf dem Schiff, das am nördlichen Mainufer anliegt, ist mittlerweile zu beachtlicher Größe angewachsen. „Wir hätten auch nicht gedacht, dass wir so viel finden“, sagt einer der Arbeiter, die seit einigen Tagen gemeinsam mit Tauchern Gegenstände aus dem Main bergen.

Das Schiff Wesel D liegt nahe der Untermainbrücke im Wasser. Vor ihm ist ein Ponton befestigt, auf dem ein kleiner Bagger steht. Von hier aus werden die meist metallischen Dinge aus dem Wasser geborgen. Parallel werden Vorarbeiten durchgeführt, die mit der Sondierung nach Kampfmitteln zusammenhängen. Von einem Boot aus sollen nach der Beseitigung des Schrotts später mögliche Kampfmittel mittels magnetischen Verfahrens aufgespürt werden. Das alles sind Vorarbeiten für die geplante Sanierung der Ufermauer Nizzawerft am nördlichen Mainufer.

Frankfurt: Auf Schrottsuche im Fluss 

Das Bauwerk reicht von der Untermainbrücke bis 100 Meter vor den Holbeinsteg und ist etwa 160 Jahre alt. Die Sandsteinwand dieses Uferabschnitts ist das älteste Uferbauwerk der Stadt. Frithjof Clauß, Leiter der Abteilung Bau und Infrastruktur bei der HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt, sagt: „Im Bereich des Nizza wird eine Sohlsicherung der Flusssohle des Mains im Bereich der Liegeplätze der Flusskreuzfahrtschiffe hergestellt.“ Die Sicherung soll mit Wasserbausteinen erfolgen. Sobald die Kampfmittelräumung erfolgt sei, könnten die weiteren Maßnahmen beginnen. Aktuell gehe man davon aus, dass die Sohlsicherung im Lauf des Frühjahrs und gegebenenfalls des Frühsommers erfolgen werde. Am Ende werde dann noch die Ufermauer saniert.

Da staunt der Taucher: „Was die Leute so alles wegwerfen …

Bei der Bergung des Schrotts ist ein Taucher bereits auf eine kleine Artilleriegranate gestoßen. In Absprache mit dem Kampfmittelräumdienst wurde die Granate im Wasser gelassen und dort gesprengt. Polizei und Stadtpolizei sperrten den betroffenen Fußgängerbereich am Mainkai für kurze Zeit.

Frankurt: Von mittelgroßen Metallstücken bis zu Leihrädern 

Was die Arbeiter sonst so alles aus dem Main fischen, ist ebenfalls durchaus beachtlich. Neben verrosteten Stahlträgern und mittelgroßen Metallstücken sind das vor allem Fahrräder. Zum einen Privaträder, die der Besitzer oder die Besitzerin vielleicht schon seit Jahren verzweifelt sucht. Zum anderen zahlreiche Leihräder von diversen Anbietern. Ebenfalls traurig: Mindestens acht Elektroroller wurden im Wasser gefunden, wie einer der Arbeiter vor Ort sagt. Äußerlich sehen sie noch top aus, aber ein Elektriker habe ihnen gesagt, dass sie nicht mehr zu gebrauchen seien.

Ansonsten fanden die Arbeiter bisher Verkehrsbarken, eine Vielzahl von Absperrgittern, Einkaufswagen, einen Schiffssteg, Gullydeckel, Mülleimer und mindestens eine Mikrowelle. „Das meiste haben wir vor und nach der Brücke gefunden“, sagt der Arbeiter. Er vermutet, dass die Gegenstände direkt von der Brücke geworfen wurden. Wer sich die Mühe mache, einen Gullydeckel dort hinzuschleppen, wisse er aber auch nicht.

Die Winteraktion der Stadt Frankfurt für obdachlose Menschen ist trotz des milden Winters gut ausgelastet*.

Der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) will Luftreinhaltung umsetzen, gibt es bald ein Dieselfahrverbot am Mainkai?

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.   

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare