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Rainer Berg vom Stadtwaldhaus und die Wildbienen. 

Sachsenhausen

Frankfurt-Sachsenhausen: Spinnen unterm Mikroskop

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Seit 25 Jahren bringt das Stadtwaldhaus Menschen die Natur näher. Im vergangenen Jahr besuchten fast 30 000 Menschen das Infozentrum.

Das Stadtwaldhaus mit der Fasanerie feiert in diesem Jahr Jubiläum: Vor einem Vierteljahrhundert, im Mai 1995, wurde das damals futuristisch anmutende Informationszentrum des Stadtforsts an der Kuhpfadschneise eröffnet. Vier Jahre lang war an dem luftigen, zweistöckigen Bau aus Holz und Glas mit den begrünten Schrägdächern gebaut worden. Die Fasanerie, in der heute verletzte Tiere vom Eichelhäher bis zum Waldkauz aufgenommen werden, war schon vorher da – früher wurden dort Fasane gezüchtet.

Rainer Berg, langjähriger Leiter, freut sich: Am Gebäude selbst sind zwar ein paar Reparaturen fällig, aber das Angebot sei beliebter denn je. „Vergangenes Jahr hatten wir sehr viele Besucher: 29 500. Es war unser zweitstärkstes Jahr überhaupt.“ Zuletzt kamen gut 2000 Besucher nur zum Weihnachtsmarkt, sagt Berg: „Da war es fast schon zu voll, in der Ausstellung stand man sich gegenseitig auf den Füßen, die Crêpes waren schnell ausverkauft.“

Fürs neue Jahr stellt sich das Haus deshalb erneut auf viele Besucher ein – vor allem zu den großen Veranstaltungen. Ein buntes Jubiläumsfest ist am Samstag, 27. Juni, geplant. Zuvor steht der Thementag Insektenvielfalt auf dem Programm (26. April). Im Herbst ist wieder die Fledermausnacht – es ist die 20. Auflage. Aber auch die Vorträge von Biologen, Insektenforschern und anderen Wissenschaftlern stoßen auf großes Interesse. Davon soll es dieses Jahr noch mehr geben.

Die Exkursionen sind ohnehin sehr beliebt. Die Forschungsausflüge in den Wald sind auch dieses Jahr fest eingeplant. Als erstes steht die Frühlingsexkursion am Sonntag, 29. März, an. Waldfreunde und Familien können auf einem dreistündigen Spaziergang den Frühlingswald erkunden. Zu den Bienen geht’s am Sonntag, 7. Juni.

Um Wald und Klima wird es in der Exkursion am 21. Juni gehen. Sie lautet „Spazierengehen im Wald, ein teures Vergnügen?“ und findet in Kooperation mit dem Umweltbildungszentrum Schatzinsel Kühkopf statt. „Natürlich schüren auch die Berichte über die großen Waldschäden der vergangenen zwei Jahre und die Sorgen um den Klimawandel das Interesse“, sagt Berg.

470 Führungen hat das Stadtwaldhaus 2019 durchgeführt. „Wir könnten noch viel mehr Führungen anbieten, wenn wir mehr Mitarbeiter hätten“, so Berg. „Die Exkursionen sind immer öfter schon weit im Voraus ausgebucht.“

Die Mitarbeiter des Stadtwaldhauses, das zum Grünflächenamt gehört, greifen den Förstern bei ihrem pädagogischen Auftrag unter die Arme. Außer Rainer Berg tun dies zwei junge Mitarbeiter, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolvieren. Sie sind pädagogisch geschult, führen vor allem Kindergarten- und Schulkinder.

Berg merkt täglich, wie wichtig diese Arbeit ist. Kinder, aber auch Erwachsene, hätten Angst vor Insekten, Schlangen oder Spinnen. Sobald sie sich näher mit ihnen beschäftigen, seien sie in der Regel fasziniert. „Unterm Mikroskop betrachtet, sieht man, dass auch eine Spinne richtig schön sein kann“, sagt er. Viele seien auch begeistert von der Möglichkeit, Vogelstimmen zu lernen. „Man muss die Menschen noch viel mehr mit Naturerfahrungen zusammenbringen“, findet Berg.

Info und Anmeldungenzu Exkursionen und Vorträgen unter der Rufnummer 68 32 39 und im Internet unter: www.stadtwaldhaus-frankfurt.de

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