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Der Ersatzverkehr mit Bussen startete am ersten Tag der U-Bahn-Sperrung etwas stockend.

ÖPNV

Sabotage gegen Ersatzbusse

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Fast wäre der Ersatzverkehr auf der gesperrten U-Bahn-Strecke in Frankfurt nicht gefahren.

Frankfurt - Es passierte in der Nacht von Sonntag auf Montag, laut Polizei zwischen 19 und 3 Uhr, als die Ersatzbusse für die U-Bahn-Sperrung nicht bewacht waren. Da machten sich der oder die Täter an den Bussen, die an der Eissporthalle parkten, zu schaffen; brachen Klappen an den Buslängsseiten auf, klauten Batteriehauptschalter. An 18 von 25 Bussen, sagte Polizeisprecherin Isabell Neumann. Ohne Batteriehauptschalter, das muss man wissen, kann ein Bus nicht losfahren.

So wäre der Ersatzverkehr auf Frankfurts meistbefahrener U-Bahn-Strecke von Nord nach Süd fast gar nicht gestartet. Die Fahrgäste hätten umsonst an der Konstablerwache auf den Bus zur Heddernheimer Landstraße gewartet.

„Das war ein Sabotageakt, um den Betrieb zu verhindern“, sagte Torsten Jordan, der bei der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die Ersatzbusse mitorganisiert. „Das muss geschultes Personal gewesen sein“, sagte Dejan Stojanovic, Einsatzleiter beim Busbetreiber Transdev. Das Busunternehmen stemmt als Hauptauftragnehmer den Ersatzverkehr.

„Die Jungs machten einen Bombenjob“

Morgens um halb vier hätten Werkstattmitarbeiter die fehlenden Hauptschalter durch Ersatzteile ersetzt. Der Betriebsstart habe sich um rund 20 Minuten verspätet, sagte Jordan. Jordans Kollege Steffen Wittenberg ergänzte: „Die Jungs von Transdev machten einen Bombenjob.“

Zwischen Südbahnhof und Heddernheim fahren bis zum 12. August, 3 Uhr, keine U-Bahnen. Grund sind Gleisbauarbeiten der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) entlang Strecke. Als Ersatz für die Linien U1, U2, U3, U8 fahren Busse.

Ebenfalls gesperrt ist die U-Bahn-Strecke der Linien U4 und U7 zwischen Schäfflestraße und Enkheim. Der Grund sind Vorarbeiten für den Riederwaldtunnel. Auch hier fahren Ersatzbusse. fle

Ein Hauptschalter, das wird nicht jedem bekannt sein, koste 15 Euro pro Stück, so Neumann. Auch das lasse mutmaßen, dass dem oder den Tätern eher an einer Störung des Betriebs als an einem Diebstahl gelegen sei. An sieben von 25 Bussen, an denen die Hauptschalter nicht fehlten, seien der oder die Täter nicht herangekommen weil sie zu dicht parkten.

Die Polizei habe die Spuren am Tatort gesichert, sagte Neumann, und ermittele wegen Störung eines öffentlichen Betriebs, gemeinschaftlicher Sachbeschädigung sowie Diebstahl. Wer etwas mitbekommen hat, möge sich beim 6. Revier melden, Telefon 069/755 10600.

Und was sagen die Fahrgäste am ersten Tag der U-Bahn-Sperrung? Bojana musste sich an der Konstablerwache erst mal orientieren. Sie wünsche sich eine bessere Führung der Fahrgäste, vielleicht Aufdrucke auf dem Boden wie bei der S-Bahn-Tunnelsperrung im Vorjahr. Für den Zeitungsleser Sebastian kommt der Ersatzverkehr nicht überraschend. „Das passt so schon ganz gut für den ersten Tag. Nur klimatisiert sollten die Busse schon sein.“

„Wir fühlen uns relativ gut informiert“, sagte Kim, die mit ihrer Tochter Toni kurz ins Nordend fährt, bevor eine Urlaubsreise nach Trier beginnt. Sie habe die Durchsagen in der U-Bahn mitbekommen, ihren Weg auf rmv.de gesucht. „Solange die Klimaanlage in den Bussen läuft, haben wir nichts zu meckern.“ „Ich dachte, die Ersatzhaltestelle sei dort, wo die Straßenbahnen an der Konstablerwache fahren, ich habe die Busse erstmal gar nicht gefunden“, sagte Sabrina. Sie will zum Uni-Campus Westend. „Dann bin ich der Masse zum C&A hinterhergelaufen“. Dort fahren die Ersatzbusse ab. Wer will, kann zwei Mal am Tag für je eine halbe Stunde ein Leihrad von Byke kostenlos leihen. Codewort: Bykeland.

Es klappt noch nicht alles

Das Servicepersonal der VGF steht unter anderem an der Heddernheimer Straße, weist Fahrgäste den Weg. Schnell füllt sich ein Gelenkbus, der 200 Menschen Platz bietet. Es sollen alle fünf Minuten immer zwei Gelenkbusse hintereinander abfahren, für 400 Menschen. In eine U-Bahn mit drei Wagen passen 750 Fahrgäste. Das mit den zwei Bussen hintereinander klappt noch nicht immer. Das mit der Pünktlichkeit auch nicht. „Auch wenn wir die Fahrzeit großzügig eingeplant haben, heute morgen hatten wir Verzögerungen von rund elf Minuten“, sagte Jordan. Das liege auch an Falschparkern, die dort stünden, wo Busse halten sollen. An der Allerheiligenstraße parkt so einer im Halteverbot.

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