Flughafen

Frankfurt S-Bahn- Station Gateway Gardens am Flughafen wird erheblich teurer

  • Claus-Jürgen Göpfert
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Die Kosten für den neuen S-Bahn-Anschluss steigen auf 303 Millionen Euro. Der Verkehrsdezernent konstatiert: „Keine Alternative“.

Die neue S-Bahn-Station Gateway Gardens am Rhein-Main-Flughafen und die damit verbundene Strecke verteuern sich erheblich. Im Dezember 2019 war der Bahnhof in Betrieb genommen worden. Damals würdigte Knut Ringat, der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), das Bauvorhaben als „Vorbild für alle weiteren Großprojekte“. Am Freitag beschloss die Frankfurter Stadtregierung eine Vorlage von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), derzufolge sich die Gesamtkosten des Projekts auf 303,13 Millionen Euro erhöhen. Das ist ein Zuwachs von 39,16 Millionen Euro.

Damit steigt auch der Anteil, den die Stadt finanzieren muss. Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Stadtregierung infolge der Corona-Pandemie an einem Sparprogramm arbeitet, das nach den Sommerferien beschlossen werden soll. Hunderte von Millionen Euro müssen bald eingespart werden. Erst einmal muss Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) jetzt für Gateway Gardens 12,78 Millionen Euro mehr mobilisieren. Der Kostenanteil der Kommune steigt auf 116,97 Millionen Euro.

Die Einnahmen auf der Habenseite sind dagegen bescheiden. Rund vier Millionen Euro kommen aus einem Fördertopf der Europäischen Union. Als ein wichtiger Grund für die steigenden Baukosten wird vom Frankfurter Verkehrsdezernenten die derzeitige „Hochkonjunktur“ auf dem Baumarkt genannt. Aufgrund der hohen Bautätigkeit gerade der öffentlichen Hand etwa für Wohnungen klettern die Kosten, Maschinen sind ebenso schwer zu bekommen wie Baumaterialien.

Das Eisenbahnbundesamt hat das Projekt überprüft und festgestellt, dass der Kostenanteil der Stadt höher ist als angenommen. Verkehrsdezernent Osterling hält in seiner Vorlage lapidar fest, dass es zum Zahlen „keine Alternative“ gebe. Die Stadt könne die Zahlung nur verweigern, wenn die Deutsche Bahn als Partner beim Projekt grobe Fehler oder Fahrlässigkeiten begangen habe. Ein Verschulden der Bahn liege aber nicht vor.

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