+
Vom S-Bahn-Halt "Farbwerke" zur Fraport-Arena, der früheren Ballsporthalle, sollte die Seilbahn führen.

Nicht wirtschaftlich

Verkehrslösung von der S-Bahn zur Fraport-Arena - Stadt lehnt Seilbahn ab

Eine Seilbahn als Verkehrslösung von der S-Bahn-Haltestelle "Frankfurt-Höchst Farbwerke" zur Fraport-Arena (Ballsporthalle) spaltet seit längerem die Gemüter im Ortsbeirat 6. Die Stadt hat sich nun eindeutig zu einer solchen Lösung geäußert.

Frankfurt - Für die einen ist eine Seilbahn zur Fraport-Arena ein weltfremder Vorschlag - für die anderen eine visionäre Idee. Die Stadt Frankfurt neigt offenbar zur ersteren Einschätzung, denn sie erteilt nun der Idee eine klare Abfuhr: Eine entsprechende Anfrage des für den Frankfurter Westen zuständigen Ortsbeirates 6 vom Januar hat der Magistrat in einer Stellungnahme abgelehnt.

Die Begründung: Eine solche Verbindung sei nicht wirtschaftlich, da es nur während Veranstaltungen in der Halle eine größere Fahrgast-Nachfrage gebe. Dementsprechend sei auch Sponsor Fraport nicht interessiert, sich an den Kosten einer Seilbahn zu beteiligen.

Seilbahn: "Von Anfang an dagegen"

Damit sehen sich die Christdemokraten im Frankfurter Westen bestätigt. Hatten sie sich Ende Januar auf der Sitzung des Ortsbeirates doch gegen den Antrag des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Thomas Schlimme ausgesprochen, den Magistrat eine solche Lösung überprüfen zu lassen - als einzige Fraktion. "Dass die Seilbahn nur an wenigen Tagen bei Veranstaltungen in der Fraport-Arena genutzt und ansonsten stillstehen würde, war doch von vorneherein klar, deshalb hatten wir uns dem Antrag nicht angeschlossen", begründet es CDU-Ortsbeirat Hans-Christoph Weibler.

Das Argument Schlimmes, man könne ja grundsätzlich erst einmal den Magistrat prüfen lassen, was möglich sei, teilten er und seine Fraktion nicht, "da damit die Verwaltung unnötig belastet wird". Weibler fügt nun hinzu: "Uns beschäftigt natürlich weiterhin die Frage, wie wir die Verkehrsprobleme in Frankfurt bewältigen können." Neben anderen planerischen Maßnahmen könne dabei auch eine Seilbahn sinnvoll sein. Allerdings müsse sie "an einer stark und durchgängig genutzten Verbindung installiert werden."

Seilbahn in Frankfurt: "In Ruhe angucken"

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Thomas Schlimme nimmt die Absage gelassen entgegen. Schließlich sei es bei seinem Antrag nur darum gegangen, sich die Idee einer Seilbahn als Verkehrslösung "erst mal in Ruhe anzugucken." Noch könne er nicht erkennen, wie gründlich der Magistrat die Prüfung vorgenommen habe und wie plausibel seine Bewertung sei.

Er werde nun auf jeden Fall Einblick in die Prüfung fordern. Wenn sich dabei aber zeige, dass sich eine solche Lösung nicht rechne, "dann ist das eben so - und das akzeptiere ich auch".

Dennoch ist auch dann das Thema Seilbahn für den Grünen-Chef nicht endgültig vom Tisch. Sei doch bei der Diskussion um seinen Antrag deutlich geworden, dass es nicht nur um die Fraport-Arena gehe, sondern eine Seilbahn auch eine bessere Anbindung der Parkstadt an die S-Bahn-Station gewährleisten könne. "Von daher würde ich die Idee noch nicht für alle Zukunft verwerfen", sagte Schlimme.

Er hatte für die luftige Verkehrslösung plädiert, weil die kurze Strecke zwischen der S-Bahn-Haltestelle Frankfurt-Höchst-Farbwerke und Ballsporthalle - Luftlinie 300 Meter quer über die Gleise - mit einer Seilbahn günstiger zu überbauen sei als mit einer Brücke. Die Seilbahn könnte einerseits die Sportfans in Bahnfahrer verwandeln - und andererseits zu einer Attraktion in Unterliederbach werden.

VON MICHAEL FORST

Lesen Sie auch:

Großrazzia in Handy-Läden: Handelte Frankfurter Geschäftsmann mit gestohlener Ware?

Handelte ein Frankfurter Geschäftsmann mit gestohlenen Handys? Mehr als 100 Polizisten haben Läden, das Büro und die Privatwohnung des 52-Jährigen durchsucht. Er wurde festgenommen.

Schießerei in Frankfurter Innenstadt: Augenzeuge berichtet – "Das war richtig heftig"

Nach der Schießerei in der Frankfurter Innenstadt berichtet der Mitarbeiter eines Buchladens, wie er die Situation erlebte. "Das war richtig heftig", sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare