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Justiz

Frankfurt: Rückspiel der verfeindeten Clans

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen drei Männer wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Der Streit zwischen zwei rivalisierenden Familienclans wird zunehmend auch vor der Frankfurter Justiz ausgefochten – wenn auch nicht an den Zivilgerichten. Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen drei 36, 26 und 22 Jahre alte Männer wegen gemeinschaftlichen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Ein Termin für den Prozess am Landgericht steht noch nicht fest.

Die drei sollen in der Nacht auf den 2. März dieses Jahres einen 38 Jahre alten Vertreter der Gegenpartei halbtot geprügelt haben. Als der gegen 1.30 Uhr in Damenbegleitung zu seiner Wohnung in der Wallauer Straße im Gallus heimkehrte, stürmten die mit Sturmhauben maskierten Männer in Begleitung eines bis heute unbekannten Vierten auf ihn los und knüppelten ihn unter anderem mit einem sogenannten Totschläger zu Boden, wo sie weiter auf ihn eindroschen. Der vierte Mann rammte ihm ein Messer in den Oberschenkel und traf die Arterie. Erst als der Hund des Opfers bellte und die Frau per Handy die Polizei rief, ließen die Angreifer ab und flüchteten. Die drei Angeklagten halten sich bislang an die Spielregeln des Milieus und machen keinerlei Angaben.

Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, bezeichnet die Tat sportlich als „Rückspiel“. Das Hinspiel hatte am Abend des 29. Januars mit einem klaren Sieg der Auswärtsmannschaft geendet. Die war knapp 40 Mann stark in einer Kolonne von acht Autos in der Allerheiligenstraße vorgefahren und hatte – vermummt, mit Schusswaffen und Knüppeln bewaffnet – einen Angriff auf einen von der feindlichen Großfamilie betriebenen Kiosk gestartet. Es fielen auch Schüsse, die aber knapp ihr Ziel verfehlten. Die Heimmannschaft verhinderte ein Debakel lediglich durch gekonnte Defensivarbeit – sie verschanzte sich im Kiosk. Auch in dieser Sache ist bereits Anklage gegen sechs Männer wegen versuchten Totschlags und schweren Landfriedensbruchs erhoben worden. Gegen weitere Verdächtige wird ermittelt.

Ein kleines Vorspiel soll es bereits nächste Woche vor dem Amtsgericht geben. Dort muss sich ein 36 Jahre altes Clanmitglied wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Die Anklage klingt im Vergleich zu den sonstigen Familienaktivitäten geradezu possierlich: Er wird beschuldigt, in einer von seinem Bruder betriebenen Shisha-Bar im Allerheiligenviertel eine Pistole nebst Magazin in einem Kochtopf aufbewahrt zu haben.

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