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In dem von Kleingärten geprägten Gebiet am Günthersburgpark könnten 1500 Wohnungen entstehen. Doch es gibt Widerstand. Foto: Christoph Boeckheler
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In dem von Kleingärten geprägten Gebiet am Günthersburgpark könnten 1500 Wohnungen entstehen. Doch es gibt Widerstand.

Wohnungsbau

Frankfurt: Rückhalt für Günthersburghöfe

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Das Frankfurter Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen sieht die Chance, dass die Günthersburghöfe ein Modellquartier werden. Eine große Hürde ist aber der hohe Erbbauzins.

Im Streit über den geplanten Bau der Günthersburghöfe im Frankfurter Nordend hat sich das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen klar für das Vorhaben ausgesprochen. Es sieht die Chance, dass in dem bisher von Kleingärten geprägten 16,6 Hektar großen Gebiet am Günthersburgpark ein innovatives Modellquartier entsteht, das klimagerecht und urban zugleich ist. Dabei stellt Birgit Kasper, die die Koordinations- und Beratungsstelle des Vereins leitet, im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau klar, dass das Netzwerk für die bisher verfolgten Pläne ist – also nicht nur eine Bebauung bereits versiegelter Flächen will wie etwa die Grünen.

Für die gemeinschaftlichen Wohnprojekte und Initiativen ist das Vorhaben eine große Chance. Viele Jahre haben Gruppen, die anders wohnen, solidarisch leben wollen, in Frankfurt schlechte Karten gehabt. Nun müssen Investoren in neuen Baugebieten 15 Prozent der Flächen für gemeinschaftliche und genossenschaftliche Projekt vorhalten. So soll es in dem Quartier, in dem insgesamt 1500 Wohnungen entstehen könnten, Platz für bis zu 250 Wohnungen gemeinschaftlicher und genossenschaftlicher Projekte geben.

Podiumsdiskussion

Der Streit über die „Grüne Lunge am Günthersburgpark“ ist Thema einer digitalen Podiumsdiskussion, zu der die katholische Akademie im Haus am Dom und das Frankfurter Aktionsbündnis Umwelt für Montag, 22. Februar, 19 Uhr, einladen.

Die Veranstalter erhoffen sich am Beispiel des geplanten Bauprojekts Antworten auf die Frage, wie soziale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können.
Auf dem Podium sprechen Mike Josef, Planungsdezernent und SPD-Spitzenkandidat zur Kommunalwahl, die Landtagsabgeordnete und Spitzenkandidatin der Grünen, Martina Feldmayer, Alexis Passadakis, Politologe und Kandidat der Linken, Peter Beckmann von der Initiative Grüne Lunge und Mira Lauth von der Kampagne Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen.

Der Livestream ist unter youtube.de/hausamdom zu finden. cm

Damit die Gruppen auch in der Lage sind, die Bauprojekte zu stemmen, muss die Stadt nach Ansicht des Netzwerks allerdings dringend den Erbbauzinssatz senken. Wichtig ist dem Netzwerk zudem, dass für das Quartier hohe energetische Standards festgeschrieben werden und es Vorgaben zur Verwendung bestimmter Materialien gibt. Kasper spricht etwa von Holzbauweise. Dabei fordert das Netzwerk ausdrücklich, dass solche Vorgaben, die zur Erreichung der Klimaziele unabdingbar seien, konsequent für alle Akteure gelten müssen. Große Flächen im Quartier hat sich der Projektentwickler Instone gesichert.

IHK sieht großen Bedarf für neuen Wohnraum

Die Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) warb am Montag dafür, den Bebauungsplan für das Quartier schnellstmöglich offenzulegen, damit sich alle Träger und die Öffentlichkeit einbringen können. Auf dem Areal könne dringend benötigter Wohnraum für Fachkräfte entstehen – und das in Nähe der Arbeitsplätze, sagte IHK-Präsident Ulrich Caspar. Wenn es weiterhin nicht genug bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt gebe und Unternehmen deshalb offene Stellen nicht besetzten können, behindere das die Entwicklung der Wirtschaft.

Für eine rasche Offenlage des Bebauungsplans spricht allerdings wenig. Die Grünen lehnen die Pläne in der bisherigen Form ab, wollen aus Klimagründen nur noch eine Bebauung der versiegelten Flächen mittragen. SPD und CDU stehen weiterhin hinter dem Vorhaben. Ein möglicher Kompromiss ist nicht in Sicht.

Zudem versuchen mehrere Bürgerinitiativen die Pläne, die sie als Zerstörung einer „Grünen Lunge“ geißeln, zu verhindern. So hat etwa die Kampagne „Grüne Lunge bleibt – Instone stoppen“ angekündigt, sie werde mit allen Mitteln kämpfen – und das Areal, wenn nötig, zum nächsten Dannenröder Forst machen.

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