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Rosenkrieg deluxe: Verlassener Mann fordert 200.000 Euro von Ex-Partnerin

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Von: Oliver Teutsch

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Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein Mann aus Frankfurt fordert 200 000 Euro zurück, nachdem seine Frau ihn verlassen hat. Landgericht und Oberlandesgericht sehen keinen „groben Undank“

Frankfurt – Eine kostspielige Frankfurter Liaison beschäftigt die Gerichte bis auf höchste Ebene. Zehn Monate war das Paar zusammen, das sich laut Oberlandesgericht Frankfurt (OLG) schon aus Kindertagen kennt. In dieser Zeit überließ er ihr seine American Express Platinum Zweitkarte, bezahlte für Reisen und Einkäufe und vermachte seiner Angebeteten auch Diamant-Ohrringe. Die Frau nutzte die Kreditkarte reichlich und belastete das Konto in den zehn Monaten mit insgesamt mehr als 100 000 Euro. Doch dem Leben im Rausch folgte ein baldiger Kater. Im Rahmen der Trennung demolierte der vormals großzügige Spender Mobiliar, die Frau erstattete Strafanzeige und erwirkte ein Kontaktverbot.

Das ließ der Verschmähte nicht auf sich sitzen und zog nun seinerseits vor Gericht. Er verlangte eine Ausgleichszahlung von 200 000 Euro sowie die Rückgabe der Diamant-Ohrringe. Das Landgericht Frankfurt sah dazu bereits im Oktober vergangenen Jahres keine Veranlassung, wies die Ausgleichszahlungen zurück und wurde nun vom OLG bestätigt. Der Kläger hatte ausgeführt, bei dem verprassten Geld habe es sich um ein Darlehen und „aufaddierte Schenkungen“ gehandelt, die nun wegen groben Undanks zurückgefordert werden könnten.

Frankfurt: „Emotional aufgeladenes Trennungsgeschehen“ stützt keinen groben Undank

Das sah Hessens höchstes Gericht anders. Dass ein Darlehen gewährt worden sei, habe der Mann nicht beweisen können. Der für einen Schenkungswiderruf erforderliche grobe Undank liege nicht bereits vor, „wenn ein Partner die insoweit unterstellte nichteheliche Lebensgemeinschaft verlässt, da mit der Auflösung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft jederzeit gerechnet werden muss“, urteilte das OLG.

Die behaupteten Geschenke entsprächen „einem luxuriösen, exklusiven eher konsumorientierten Lebensstil, der finanziell gut situierten Parteien“, deren Ausgabeverhalten sich während der Beziehung nicht maßgeblich geändert habe. Angesichts des „emotional aufgeladenen Trennungsgeschehens und der hitzigen Auseinandersetzungen“ stützten auch die weiteren Umstände des Klägers gegenüber der Polizei keinen groben Undank, so das OLG .

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Mit einer Beschwerde könne die Zulassung der Revision vor dem Bundesgerichtshof beantragt werden. (Oliver Teutsch)

Zuletzt beschäftigte sich das Amtsgericht in Frankfurt mit einem Nachbarschaftsstreit wegen Cannabis-Geruch.

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