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Auf eine Rolex (Symbolfoto) hatten es die beiden jungen Männer abgesehen, die sich derzeit vor dem Jugendschöffengericht in Frankfurt wegen Raubes verantworten müssen.
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Auf eine Rolex (Symbolfoto) hatten es die beiden jungen Männer abgesehen, die sich derzeit vor dem Jugendschöffengericht in Frankfurt wegen Raubes verantworten müssen.

Frankfurt

Rolexraub in Frankfurt: Täter bedrohen Mann mit Schreckschusspistole

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Wegen Raub, Diebstahl, Drogen stehen zwei Frankfurter vor dem Jugendschöffengericht. Sie sollen einer Bande junger Männer mit beachtlichem Vorstrafenregister angehören.

Frankfurt - Allzu oft muss man von bösen Buben hören oder lesen, und der Anteil von Eldin P. und Justin S. an dieser Art von Geschichten sollte keinesfalls unterschätzt werden. Laut Staatsanwaltschaft gehören die beiden 20-Jährigen zu einer Bande von etwa zwei Dutzend jungen Männern aus Frankfurt-Griesheim, die sich bereits seit Jahren mit unschöner Beharrlichkeit an sämtlichen Tatbeständen des Strafgesetzbuches abarbeiten.

Der Einfachheit halber werden die diversen Anklagen mittlerweile gerne in einem Prozess zusammengefasst. Am Mittwochmorgen vor dem Jugendschöffengericht sind es sechs. Beide zusammen sind des Diebstahls und des Raubes angeklagt. Anfang Januar 2020 sollen sie in trauter Zweisamkeit vom Gelände eines Autohändlers in nur einer Nacht fünf Autos geklaut haben. Schwerer wiegt ein Raub: Im selben Monat sollen sie den heute 36 Jahre alten Matthias S. um eine Rolex erleichtert haben. Laut Anklage hatte der die beiden jungen Männer aber fast schon zum Raub eingeladen: Er hatte die Luxusuhr auf einem Kleinanzeigenportal im Internet für 12 750 Euro angeboten – und sich nicht allzu sehr gewundert, als der Interessent Eldin P. ihn zum Kauftermin um 23 Uhr in den Wendehammer des Schwarzerlenwegs bestellte.

In einem Wendehammer in Frankfurt rauben die Männer den 36-Jährigen aus

Dort stieg P. zu ihm ins Auto, während Justin S. Schmiere gestanden habe. Matthias S. zückte die Rolex, Eldin P. eine täuschend echt wirkende Schreckschusspistole, und einen Schuss später wechselte die Uhr bargeldlos den Besitzer. Was sie tags darauf erneut tat, als Eldin P., Justin S. und ihr Griesheimer Kumpel Ali K. die Uhr bei einem Juwelier im Bahnhofsviertel für 9500 Euro verscheuern wollten, der daraufhin die Polizei rief.

Justin S. wird zudem beschuldigt, im Oktober 2019 mit einem Mercedes ohne Führerschein und mit Kennzeichen eines anderen, geklauten Autos viel zu schnell durch die Stadt gefahren zu sein. Er soll auch unter den Namen anderer Personen Markenklamotten, Turnschuhe und Parfüm im Wert von 1200 Euro für sich und seine Freundin bestellt und dann direkt beim Postboten abgegriffen haben, ohne je dafür zu bezahlen. Als die Polizei im Januar 2020 wegen eines anderen Delikts (besonders schwerer Diebstahl) seine Bude durchsuchte, fanden sie gut 25 Gramm Gras.

Neben Raub wird den Tätern aus Frankfurt auch Diebstahl und Beleidigung vorgeworfen

Die gleiche Menge fanden die Beamten einen Monat später, als sie wegen wieder eines anderen Delikts (schwerer Raub) erneut einen Hausbesuch wagten. Beides zusammen ergibt eine Anklage wegen Drogenhandels. Derzeit sitzt S. wegen wieder eines ganz anderen Delikts in Untersuchungshaft.

Fast schon niedlich klingt da die Anklage wegen Beleidigung gegen Eldin P., der bei einer Verkehrskontrolle im März 2020 den Polizeibeamten stolz zeigte, dass er immer noch im Besitz beider Mittelfinger ist (Beleidigung).

Der erste Verhandlungstag gegen die beiden verläuft etwas problembeladen. Rolex-Verkäufer Matthias S. hat den Termin verpennt und kommt nach höchstrichterlichem Anruf mehr als eine Stunde zu spät. Ali K., der Kumpel der Angeklagten, kann leider auch nicht kommen, weil er vor zwei Wochen wieder mal nach Preungesheim verzogen ist (JVA I) und die Ladung an seine Griesheimer Wohnanschrift gegangen war. Sowohl P. als auch S. schweigen zu den Tatvorwürfen, lediglich den Rolex-Raub räumt P. ein.

Nach dem Rolex-Raub in Frankfurt zeigt sich das Opfer generös

So bleibt der Höhepunkt des ersten Verhandlungstags – vier sollen noch folgen – die sagenhaft lieblos runtergenuschelte und abgelesene Entschuldigung, zu der P. wohl von seiner Verteidigerin genötigt worden war („Tutmirunendlichleidbereuealleszutiefst“).

Adressat Matthias S. aber ist – vom Uhrenverkauf mal abgesehen – offenbar schon mit ein bisschen mehr als gar nichts zufrieden und zeigt sich generös: „Ich hoffe, dass du keine allzu hohe Strafe bekommst und halbwegs gut davon kommst. Jeder macht mal einen Fehler.“ (Stefan Behr)

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