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Saftige Preiserhöhung: Tickets für Bus und Bahn werden in Frankfurt 2023 wieder teurer

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Die Tickets für Bus und Bahn werden in Frankfurt 2023 erneut teurer. Sparpass und Prepaid-Rabatt sollen den Anstieg etwas abmildern.

Frankfurt - Teils kräftige Erhöhungen der Ticketpreise kommen mit dem neuen Jahr 2023 auf die Fahrgäste in Frankfurt zu. Für nur gelegentliche Nutzer von Bahnen und Bussen wird es besonders teuer. Preise für Einzel- und Tageskarten steigen um fast ein Fünftel, Kurzstrecken noch mehr.

Wer seit dem gestrigen 1. Januar per simpler Einzelfahrt durch die Mainmetropole unterwegs ist, zahlt 3,40 Euro statt bisher 2,85 Euro, also 19 Prozent mehr. Sogar um 31 Prozent teurer ist die Tageskarte, die nun 6,65 statt 5,50 Euro kostet. Und am stärksten trifft die Erhöhung die Kurzstrecke bis zu 1800 Meter: Das Ticket hier schlägt nun mit 2,10 Euro zu Buche statt bisher 1,60 Euro - das macht satte 31 Prozent mehr.

Hohe Energiekosten sorgen für höhere Ticketpreise für Bus und Bahn in Frankfurt

Zwar hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) insgesamt zum Jahresbeginn seine Preise erhöht. Die Erhöhung ist mit im Schnitt 1,5 Prozent relativ mäßig ausgefallen. Allerdings hatte der RMV im zu Ende gehenden Jahr seine Preise bereits zweimal erhöht, einmal zu Jahresbeginn und einmal in der Jahresmitte. Begründet hatte der Verbund dies vor allem mit den stark gestiegenen Energiekosten durch den Krieg in der Ukraine.

Fahrkartenautomaten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) am Westbahnhof. Einzelkarten kosten seit 1. Januar deutlich mehr.
Fahrkartenautomaten des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) am Westbahnhof. Einzelkarten kosten seit 1. Januar deutlich mehr. © picture alliance/dpa

Dass die Fahrpreise für Einzel- und Tageskarten in Frankfurt nun durch die Decke gehen, hat einen anderen, politischen Grund. Seit vielen Jahren waren die Gelegenheitstickets besonders stark gegenüber dem RMV-Standardtarif rabattiert. Das hatte die städtische Nahverkehrsorganisation Traffiq auf Geheiß ihres Aufsichtsratschefs, des inzwischen von den Frankfurtern abgewählten Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD), umgesetzt. Als besonders sozial bewertete Feldmann die billigen Einzel- und Tageskarten und als Beitrag zur Förderung von Bahn und Bus.

Weniger Rabatte auf Einzel-Tickets in Frankfurt nach Abwahl von Peter Feldmann

Damit lag der damalige Oberbürgermeister allerdings nicht nur aus Sicht der Fachwelt daneben. Schließlich reagierten besonders die treuen Kunden, also Monats- und Jahreskarteninhaber, sauer, weil sie keine derart hohen Rabatte eingeräumt bekamen. Auch widersprachen andere Politiker der von Feldmann beschworenen sozialen Wirkung. Daher beendet die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt nun dieses Rabatt-Regime.

Dabei streichen die Koalitionäre allerdings nicht die Rabatt-Ausgaben aus dem Stadthaushalt, die sich dem Vernehmen nach auf inzwischen jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag summieren. Das Geld wird weiter für Rabatte genutzt, die aber nun wirklich sozial wirken sollen: Arme Menschen, die einen Frankfurt-Pass haben, können von morgen an extrem günstig den Nahverkehr nutzen. Monats- und Jahreskarten kosten für sie nur noch rund 30 Prozent des bisherigen Preises.

Sparpass soll höhere Preise für Bus- und Bahntickets in Frankfurt abmildern

Für Senioren und Schüler mit Frankfurt-Pass und Jahresticket sinke der Preis sogar bis auf das Niveau eines 9-Euro-Tickets, hatte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne) bereits geworben. Konkret kosten diese Jahrestickets 109,50 Euro. Die 9-Euro-Monatskarte gibt es für Frankfurt-Pass-Inhaber schon für 16,95 Euro.

Die deutlich höheren Fahrpreise müssen jedoch auch Gelegenheitsfahrgäste nicht unbedingt zahlen. Denn parallel führt der RMV einen neuen Sparpass ein. Dieser funktioniert wie die Bahncard, kostet 10 Euro, gilt einen Monat lang und berechtigt, Einzel- und Tageskarten für 25 Prozent Rabatt zu kaufen. Dadurch liege der Preis für die Einzelfahrt Frankfurt dann bei 2,55 Euro, also 30 Cent oder elf Prozent unter dem bisherigen Preis, erläutert Traffiq-Sprecher Klaus Linek. Die Tageskarte kostet mit dem Sparpass gekauft 5 Euro, also 50 Cent und neun Prozent weniger als im bisherigen Normalpreis. Der Sparpass lässt sich sowohl als Handyticket über die App kaufen wie auch am Automaten auf die Plastikkarte des E-Ticket Rhein-Main laden.

Ticketpreise steigen: Prepaid-Rabatt in der App für Bus und Bahn in Frankfurt

Um Einzelfahrkarten günstiger zu kaufen, können Fahrgäste auch den Prepaid-Rabatt des Verbundes nutzen. Das funktioniert aber nur via Smartphone: Laden Kunden dort in der App 40 Euro auf, erhalten sie 20 Prozent Rabatt auf Einzel- und Kurzstreckentickets. Der Restbetrag der Einzahlung lässt sich jederzeit zurückbuchen.

Den Prepaid-Rabatt hatte der RMV im August 2020 als Reaktion auf zurückgehende Verkaufszahlen bei Monats- und Jahreskarten eingeführt. So sollen Fahrgäste, die wegen Corona öfter im Homeoffice arbeiten und nur noch gelegentlich Bahn und Bus auf dem Weg zur Arbeit nutzen, dennoch verbilligt fahren können. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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