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RMV-Tickets: Zeitkarten besonders teuer.

Verkehr

In kaum einer anderen Stadt sind Monatskarten so teuer wie in Frankfurt

Wer in Hessens größter Stadt U-Bahn, Bus oder Tram nutzt, muss in vielen Fällen fürs Tickets mehr bezahlen als in vielen anderen deutschen Städten.

Frankfurt - Bus- und Bahnkunden müssen für ihre Monatskarte in Frankfurt deutlich tiefer in die Tasche greifen als in anderen deutschen Großstädten. Nur in Hamburg, Köln und Bonn ist ein solches Ticket teurer als in Hessens größter Stadt. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung des Autofahrerclubs ADAC von Daten aus 21 Städten hervor.

Demnach zahlt ein Erwachsener für die Monatskarte des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) im Frankfurter Stadtgebiet 90,40 Euro. Im Durchschnitt der untersuchten Städte waren es 77,50 Euro. Monatskarten werden häufig von Pendlern genutzt. Der Fahrgastverband Pro Bahn übte Kritik: Der Nahverkehr brauche mehr öffentliche Gelder, um attraktive Tarife anbieten zu können.

Auch Einzelfahrscheine in Frankfurt teuer

Deutlich günstiger als in Frankfurt sind Pendler dem ADAC zufolge etwa in München und Dresden unterwegs mit 55,20 Euro bzw. 61,50 Euro im Monat. Am teuersten ist Hamburg mit fast doppelt so hohen Kosten (109,20 Euro). „Die Preise pro Ticketart unterscheiden sich je nach Stadt erheblich“, erklärte der ADAC. Für Verbraucher könne es sich lohnen, nach Fahrscheinvarianten und Sondertarifen zu suchen.

Einzelfahrten und Wochenkarten für Bus, Bahn oder Tram sind in Frankfurt ebenfalls relativ teuer: Mit 2,75 Euro für Einzeltickets bzw. 26,10 Euro für eine Woche liegt die Stadt ebenfalls recht nahe an den jeweiligen Höchstpreisen, die in Nürnberg (Einzelticket: 3,20 Euro) und Berlin (Wochenkarte: 30 Euro) erreicht werden.

„Die Preise im Rhein-Main-Verkehrsverbund sind schon immer relativ hoch gewesen“, kritisierte Pro Bahn. Allerdings müsse sich der RMV zu einem großen Teil aus eigenen Ticketeinnahmen finanzieren. Andere Verkehrsverbünde in Deutschland bekämen prozentual gesehen höhere Steuerzuschüsse.

Der RMV teilte auf Anfrage mit, die ADAC-Studie biete nur eine begrenzte Vergleichbarkeit, da sie zugeschnittene Angebote für bestimmte Kunden nicht berücksichtige. Es sei nicht möglich, das Preis-Leistungs-Verhältnis generell zu bewerten. So boome etwa das RMV-Jobticket mit 330 000 Berechtigten. Das seien 37 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Auch sei es gelungen, die Preise für Tageskarten zu senken. Die Einzelfahrkarte habe sich in den vergangenen Jahren nicht verteuert „und wird auch im nächsten Jahr preislich stabil bleiben“, erklärte der RMV.

Tagesticket ist günstig

Frankfurt leidet wie viele deutsche Städte unter verstopften Straßen und Staus. Ein günstiger Nahverkehr könnte Menschen ermuntern, auf Busse und Bahnen umzusteigen. Davon würde die Stadt auch an anderer Stelle profitieren, denn nach Angaben des Umweltbundesamtes zählt Frankfurt zu den 57 Kommunen bundesweit, in der die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase 2018 den EU-Grenzwert überschritt.

Hessens größte Stadt schneidet aber in anderen Bereichen des ADAC-Rankings sehr gut ab: So ist das Tagesticket mit 5,35 Euro in Frankfurt besonders günstig, billiger ist es nur in Stuttgart. Zudem sei die Fahrradmitnahme in Frankfurt wie in Hamburg und Hannover kostenlos. „Tageskarten lohnen sich in Frankfurt sehr schnell“, lobte der Fahrgastverband Pro Bahn. Auch gebe es eine Reihe vergünstigter Tickets – etwa für Schüler und ab 2020 das geplante Seniorenticket für 365 Euro im Jahr, das unbegrenzte Fahrten in Hessen erlaube.

Zuletzt hatte der RMV mehrere Schritte unternommen, um den Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet besser zu verzahnen – etwa dadurch, dass Strecken über die Stadtgrenze günstiger wurden. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) will so den ÖPNV attraktiver machen. Kurze Fahrten über die Stadtgrenzen sind nach RMV-Angaben um bis zu 34 Prozent günstiger geworden. Der Verbund zählt in der Region je Werktag etwa 2,5 Millionen Fahrgäste. 

(dpa)

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