Bei der Apfelweinwirtschaft „Zum lahmen Esel“ kommen die Rippchen über eine Rutsche zu den Kunden.

Apfelweinwirtschaft

Frankfurt: Rippchen vom Drive-in

  • vonJudith Dietermann
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In der Frankfurter Apfelweinwirtschaft „Zum lahmen Esel“ kann man seit Mittwoch auch nach 18 Uhr noch essen.

Es ist 18 Uhr. Während andere Gastwirte wegen der Corona-Krise jetzt ihre Lokale schließen müssen, stehen die Gäste bei Thomas Metzmacher, dem Inhaber der Apfelweinwirtschaft „Zum lahmen Esel“ Schlange – mit ihren Autos. Denn im Krautgartenweg gibt es seit Mittwochabend den ersten „Apfelweinlokal-Drive-in“. Weltweit, versichert Metzmacher.

Das Prinzip funktioniert wie bei den großen bekannten Fast-Food-Ketten. Die Autos fahren vor, der erste Schalter ist ein blau-weißes Zelt, darunter steht ein braunes Holzschränkchen mit Kasse. Die Kunden geben ihre Bestellung auf, die dann drahtlos direkt an die Küche übermittelt wird. Schnell noch zahlen – bar oder mit Karte –, Motor wieder anmachen, einige Meter weiter vor die Eingangstür des „Lahmen Esels“ rollen, drei bis vier Minuten warten und schon wird das Essen an den Autofahrer übergeben. „Das funktioniert reibungslos.“

Als Gastwirt müsse man „in diesen Zeiten“ schlichtweg kreativ sein, anders könne man nicht überleben. Nur noch 20 Prozent des eigentlichen Umsatzes erwirtschafte er aktuell, seine 400 Plätze, 200 im Innenraum und 200 im Biergarten, sind meist leer. Zumal er ohnehin nur noch mittags öffnet. Schon vor wenigen Tagen habe er einen Lieferservice eingerichtet, der werde gut angenommen. Beim Drive-in, ist Metzmacher sicher, werde es nicht anders sein. Das habe die Premiere am Mittwochabend bereits gezeigt.

Gezeigt habe sie ihm aber auch, dass es noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe. So sei ihm der Abstand zwischen Gast und Kellner bei der Bestellannahme wie auch bei der Ausgabe der Speisen „nicht groß genug“ gewesen. Thomas Metzmacher wäre aber nicht Thomas Metzmacher, wenn er nicht sofort eine kreative Lösung parat gehabt hätte. Eine Wippe hat er entwickelt, sowohl für die Bezahlung als auch für die Essensausgabe. „Bei uns rutscht das Schnitzel oder das Gulasch quasi direkt auf den Schoß des Fahrers. Auch das ist sicher einmalig“, sagt er.

Bei der Drive-in-Speisekarte habe man sich auf Gerichte konzentriert, die schnell zubereitet seien. Ob Schnitzel, Hacksteak, Salate, Grüne Soße, Handkäs, Rippchen mit Kraut oder Apfelwein – wer deftiges Essen mag, ist hier richtig. „Man kann sich nicht dauerhaft von Pizza oder Burgern ernähren. Wir mit unserem Apfelweinlokal 2.0 sind eine gute Alternative“, wirbt Metzmacher.

www.lahmer-esel.de

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