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Riederwaldtunnel in Frankfurt wird teurer

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Der Baupreis für den Riederwaldtunnel erhöht sich deutlich. Hessen Mobil rechnet mit Mehrkosten in Höhe von knapp 50 Prozent.

Die allgemeine Steigerung der Baupreise macht auch vor dem größten Autobahnprojekt in Frankfurt nicht halt. Die hessische Straßenbaubehörde Hessen Mobil, die im Auftrag des Bundes die Autobahnen A66 und A661 im Frankfurter Osten miteinander verbindet, muss die Kosten für den Riederwaldtunnel deutlich nach oben korrigieren.

War Hessen Mobil im Jahr 2013 noch von 320 Millionen Euro ausgegangen, sind nach neuester Berechnung 477 Millionen Euro nötig. Das teilte Hessen Mobil der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit. Die Kosten erhöhen sich damit um 49 Prozent.

Am Baubeginn des Riederwaldtunnels im Jahr 2020 hält Hessen Mobil weiterhin fest. Die Behörde betont aber, dass der Baustart vom Planfeststellungsbeschluss für das laufende Planänderungsverfahren abhänge. Der Beschluss werde in diesem Jahr erwartet. Danach könnten Klagen den Baubeginn allerdings noch verzögern.

Falls es nicht zu Klagen komme, würden ab 2020 acht Jahre währende Bauarbeiten folgen. Der rund 1,1 Kilometer lange Riederwaldtunnel werde parallel im Westen und Osten, von außen nach innen, gebaut.

Hinzu komme die Anschlussstelle Borsigallee zwischen der Autobahn A66 und dem Riederwaldtunnel. Die Arbeiten an dieser Anschlussstelle sollen 2023/2024 beginnen. Zuvor sei hierfür ein Planänderungsverfahren nötig. Die Unterlagen würden derzeit erarbeitet.

Ende 2028 soll der Riederwaldtunnel dann eröffnet werden. Durch den Tunnel im Frankfurter Stadtteil Riederwald sollen den Prognosen zufolge 108 900 Fahrzeuge am Tag fahren, davon 6100 Lastwagen. Kritiker des Projekts, unter anderem die Bürgerinitiative Riederwald und das Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn, betrachten die Stadtautobahn als anachronistisches Verkehrsvorhaben zugunsten des Auto- und Schwerverkehrs und befürchten eine Verlärmung etlicher Stadtteile. Hessen Mobil stellt fest, dass der Tunnel lärmmindernde Wirkung habe und Lärmschutzwände sowie passiver Schallschutz geplant seien.

Autobahndreieck Erlenbruch fast fertiggestellt

In großen Teilen fertiggestellt ist bereits das Autobahndreieck Erlenbruch, die Anschlussstelle zwischen Riederwaldtunnel und Autobahn A661. Derzeit würden Baugruben mit Erde gefüllt, anschließend würden Spundwände gezogen und die Gruben geflutet, teilte Hessen Mobil mit. Noch fahren die Autos auf provisorischen Fahrbahnen am Autobahndreieck vorbei. Ab 2020 sollen die Autos über das Bauwerk fahren.

Geplant sei auch, die A661 auszubauen. 1980 wurde der Ausbau planfestgestellt, in der Folge aber beklagt. Gebaut wurde 1995 lediglich die sogenannte Ostfahrbahn zwischen Friedberger Landstraße und Talbrücke Erlenbruch, über die Autos auf zwei Spuren pro Richtung fahren. Voraussichtlich 2020 will Hessen Mobil das Planänderungsverfahren für die Westfahrbahn der A661 eröffnen. Vorgesehen seien drei Fahrspuren in jede Richtung sowie eine Rampe von der Anschlussstelle Friedberger Landstraße in südliche Richtung mit dem sogenannten Verflechtungsstreifen bis zum Autobahndreieck Erlenbruch.

Gegen den Ausbau der A661 protestieren Bürgerinitiativen, die sich im Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn zusammengeschlossen haben. Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck befürchtet, dass Bornheim, Nordend und weitere Stadtteile mit einem Lärm- und Schadstoffteppich überzogen würden, und kündigte Widerstand an.

Hessen Mobil will in diesem Jahr wieder auf einer Veranstaltung über den Tunnelbau informieren - ein Termin stehe noch nicht fest. Außerdem würden Begehungen der Baustelle sowie Sprechstunden im Baubüro in der Borsigallee 4 angeboten.

Gearbeitet werde derzeit am Autobahndreieck Erlenbruch sowie an den sogenannten Leitungsbrücken Gleisdreieck und Borsigallee. Dort werden Leitungen für Strom, Gas, Wasser, Telefon und Internet verlegt.

Verlegt würden außerdem Abwasserleitungen für den sogenannten Südsammler. Bis Ende März werde mit dem Bau der Leitungsbrücke Lahmeyerstraße sowie dem sogenannten Nordsammler für Abwasser begonnen.

Im ersten Halbjahr sei außerdem geplant, die Gebäude in der Flinschstraße 1 und 3 sowie das Gebäude Am Erlenbruch 131 abzureißen.

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