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Diese jungen Menschen wollen nicht, dass im Fechenheimer Wald Bäume für die Autobahn gefällt werden. Foto: Peter Jülich
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Diese jungen Menschen wollen nicht, dass im Fechenheimer Wald Bäume für die Autobahn gefällt werden.

Autobahn-Ausbau

Frankfurt: Riederwaldtunnel verzögert sich erneut

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Autobahn-Gesellschaft rechnet mit einer Inbetriebnahme des Riederwaldtunnels im Jahr 2031. Eine Initiative will die Rodung von Bäumen verzögern.

Frankfurt - Der Ausbau der A66 im Frankfurter Osten mit Riederwaldtunnel gleicht einer unendlichen Geschichte. In einer anderen, sehr autofreundlichen Zeit begannen 1963 die Planungen für einen sogenannten Rhein-Main-Schnellweg von Frankfurt nach Hanau. Anfangs wurde sogar noch von einer Autobahn auf Pfeilern sinniert, ähnlich wie bei der Rosa-Luxemburg-Straße, und ohne Lärmschutz. 1974 sollte der Bau beginnen.

Es folgten die ersten Klagen. 1979 eröffnete dann zunächst die A66 östlich der Anschlussstelle Bergen-Enkheim, ohne Lärmschutz, weil das keine gesetzliche Rolle spielte. Jahr und Jahr wurde weiter am Autobahnausbau geplant. Es gab eine Klage des BUND, der durchsetzte, dass eine Reihe von Bäumen, an denen sich Fledermäuse orientieren, stehen bleiben durfte. Die Autobahn wurde verlegt. Der Planfeststellungsbeschluss für die A66 mit Riederwaldtunnel kam schließlich 2007. Zwei Jahre später waren die beiden Politiker Wolfgang Tiefensee (SPD) und Dieter Posch (FDP) zum Spatenstich angereist, der allerdings ein symbolischer Akt blieb. Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sorgte mit einer Planänderung noch für etwas mehr Lärmschutz und unterschrieb den Beschluss 2019. Ende 2020 gab er die Planung an die Autobahn-Gesellschaft des Bundes ab. Der eigentliche Baubeginn soll laut Autobahn-Gesellschaft nun im Jahr 2023 erfolgen.

Riederwaldtunnel in Frankfurt: Stete Kostenerhöhung

Das Bauende wäre 2031. Das ist zwei Jahre später als zuletzt kommuniziert. Damit würden sich auch die Kosten für das Großprojekt, die zuletzt mit 477 Millionen angegeben wurden, weiter erhöhen. Die Verschiebung der Inbetriebnahme und die Erhöhung der Kosten sind beim Riederwaldtunnel mittlerweile so sicher wie das Amen in der Kirche.

Für die Bürgerinitiative Riederwald ergeben sich daraus notwendige Konsequenzen. „Wenn sich der Baubeginn verschiebt, müssen jetzt auch keine Bäume im Fechenheimer Wald und im Teufelsbruch gefällt werden“, sagte der Sprecher der Initiative, Rainer Frey.

Er habe die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) in einem offenen Brief um eine Aussetzung der Rodung gebeten. Doch Heilig habe nicht geantwortet. „Der Wald ist zu kostbar, als dass man es den Planern erlauben darf, ihn jetzt einfach zu fällen. Auch muss vorher noch der neuen Bundesregierung die Möglichkeit zur Prüfung dieses Autobahnbaus ermöglicht werden“, sagte Frey.

Wenn man sich in der Stadtpolitik zum Thema umhört, ist oft die Rede davon, das Projekt sei doch „durch“. „Das Projekt Riederwaldtunnel im Zusammenhang mit dem Ausbau der A66 ist ein altes Projekt, welches mit anderen politischen Mehrheiten in Stadt, Land und Bund durchgesetzt wurde,“ sagte etwa Katharina Knacker, die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen im Römer. Sie äußerte aber auch Verständnis für die Waldbesetzung, was prompt Widerspruch des Koalitionspartners FDP hervorrief. Die FDP würde die Besetzung am liebsten beendet sehen.

Ausbau von A3 und A5 erfolgt ungehindert

„Die Fehler der Vergangenheit können nicht rückgängig gemacht werden, dürfen aber auch nicht wiederholt werden“, räumte Daniela Mehler-Würzbach, die verkehrspolitische Sprecherin der Linken im Römer ein. Für die Zukunft dürfe es keinen weiteren Ausbau des Autobahnnetzes in und um Frankfurt geben. Damit ist der Ausbau von A3 und A5 gemeint. Der Bau des Riederwaldtunnels wie auch der Ausbau der A661 im Frankfurter Osten gehen derweil ungehindert ihren Gang. (Florian Leclerc)

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