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Das Basketball-Feld im Kätcheslachpark ist eines der wenigen Angebote für Jugendliche.

Riedberg

In Riedberg fehlt ein Ort für die Jugend

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19 Spielplätze gibt es im Stadtteil. Die Angebote sind aber eher für Kinder gedacht. Teenager langweilen sich.

Wir sehen auf dem Riedberg nur wenig altersgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb eines Vereins“, teilt der elfjährige Sebastian Reißmann den Mitgliedern des Ortsbeirats 12 in der jüngsten Sitzung des Gremiums mit. „Alle Kinder werden auch mal älter, da reichen die vielen Spielplätze, die es hier gibt, irgendwann nicht mehr aus“, fährt er fort. Als einer der kinderreichsten Stadtteile ist der Riedberg mit nicht weniger als 19 modernen und abwechslungsreichen Spielplätzen zwar extrem gut ausgestattet. Das Freizeitangebot für Jugendliche fällt hingegen überschaubar aus.

Deshalb hat Sebastian mit seinen Freunden Dustin und Vincent auf dem stadteigenen Bürgerbeteiligungsportal „Frankfurt fragt mich“ eine Petition gestartet, in der sie die Errichtung eines Skateparks fordern. Neben den knapp 300 Unterstützern der Petition können sich die drei mittlerweile auch der Unterstützung durch den Ortsbeirat 12 sicher sein. In einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion wird der Bau eines Skateparks an gut erreichbarer Stelle gefordert.

Wo also ist Platz für die jungen Leute? 

Zwar gibt es das Jugendhaus mit seinen begrenzten Öffnungszeiten, ein viel genutztes Basketballfeld im Kätcheslachpark sowie einen an das Familienzentrum Billabong angrenzenden Bolzplatz, berichtet Ronald Bieber (Grüne). „Bei der Planung des Riedberg lag der Fokus jedoch eindeutig auf Angeboten für Kinder, ab 14 wird es zunehmend schwierig“, so der Kinderbeauftragte des Stadtteils.

Bieber erzählt auch, dass Jugendliche immer wieder darauf hinweisen, dass es ihnen an Rückzugsorten im Stadtteil fehle. Einen Grund dafür sieht er in häufig geäußerten Bedenken, sich in der Öffentlichkeit aufhaltende Jugendliche würden automatisch Lärm bedeuten.

Für Kinder gibt es viele Spielplätze.

„Die Anwohner zeigen leider häufig wenig Verständnis dafür, dass sich Jugendliche abends draußen treffen und dabei auch mal ein bisschen lauter sind als vielleicht eine Skat-Runde“, sagt der Kinderbeauftragte.

Die SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 setzt sich schon länger für die Errichtung eines Pavillons im Kätcheslachpark ein, der Jugendlichen als Rückzugsort dienen könnte. Dies ist zumindest das Ergebnis eines Runden Tischs mit Jugendlichen des Stadtteils im November des vergangenen Jahres gewesen.

„Der Stadt sind die Interessen der Jugendlichen schlicht egal"

Der Magistrat hat das geprüft, nun aber verkündet, dass vorerst kein solcher Pavillon errichtet werde. Der vorgeschlagene Standort im Kätcheslachpark liege zu nah an der Wohnbebauung, zudem seien die Kosten der Unterhaltung zu teuer und „Pavillons leider öfters durch Vandalismus beschädigt“ und müssten aufwendig repariert werden, heißt es in der Stellungnahme.

Sven Moulden, jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 12 ist enttäuscht von der Antwort. „Der Stadt sind die Interessen der Jugendlichen schlicht egal und sie will keine unbequemen Entscheidungen treffen, wenn es um den Standort geht“, ärgert er sich.

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