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Giftköder töten mehrere Hunde im Bonifatiuspark

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Von: Timur Tinç

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Eine Hundebesitzerin hält kurz an, um der verstorbenen Tiere im Bonifatiuspark zu gedenken.
Eine Hundebesitzerin hält kurz an, um der verstorbenen Tiere im Bonifatiuspark zu gedenken. © Michael Schick

Im Frankfurter Stadtteil Riedberg verenden mehrere Tiere qualvoll. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer trauern um ihre Tiere.

Im Frankfurter Stadtteil Riedberg sind mehrere Hunde an den Folgen von ausgelegten Giftködern verstorben. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Am Samstag und Sonntag gab es vor dem Schild der Hundewiese Mahnwachen. Kerzen und Bilder der verstorbenen Tiere sind aufgestellt worden. Einer der Hunde ist Blacky. Er gehörte Martina Peukert, die ihn vor neun Monaten ihrem Sohn geschenkt hat.

„Ich stehe immer noch unter Schock und versuche es zu verarbeiten“, sagt Peukert. „Es war total grausam.“ Am Freitagmorgen ist ihr Ex-Mann mit dem elf Monate altem Hund im Bonifatiuspark unterwegs, als das Tier plötzlich unter einer Bank beginnt zu krampfen. Ihr Ex-Mann hat den Hund in die Tierklinik Kalbach gefahren, sie ist dazu gekommen. Da waren noch fünf weitere Hundebesitzer:innen, die ihre Tiere mit den gleichen Symptomen gebracht haben. „Im ersten Moment habe ich gedacht, dass ihm der Magen ausgepumpt wird und dann wird alles wieder gut“, sagt Peukert. Doch die Medikamente und Behandlung schlagen nicht an, Blacky verstirbt. Die Polizei hat ausgelegte Giftköder im Bonifatiuspark sichergestellt und zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt. Andere Hundebesitzer:innen finden weitere Köder in der Nähe der Bahngleise, dem Reitstall und dem Kätcheslachpark. „Teilweise waren die an die Bank geschmiert, damit die Hunde sie ablecken“, berichtet Peukert. Dass sei auch für Kinder hochgefährlich.

Schnell macht das Gerücht die Runde, es handelt sich um eine Giftmischung aus Heroin und Amphetamin. An solchen Spekulationen will sich die Tierklinik Kalbach nicht beteiligen. „Die Giftstoffe werden in einem Fremdlabor nachgewiesen. Das dauert mehrere Wochen“, sagt eine Ärztin der Klinik am Sonntag der FR. „Da werden wir keine Befunde in den nächsten Tagen haben.“ In der Intensität habe sie sowas noch nicht erlebt. Wie viele Hunde genau betroffen sind, lässt sich nicht genau ermitteln, da auch einige in umliegende Praxen gekommen sind.

Von 30 vergifteten Tieren ist die Rede. Ulrike Neißner (Grüne) hat von zehn bis zwölf Hunden gehört, die verstorben sind. „Es ist einfach unfassbar was da passiert ist und dass es Menschen gibt, die wehrlosen Tieren so etwas antun“, sagte die Ortsvorsteherin des Ortsbeirat 12 (Kalbach-Riedberg) der FR. Der Ortsbeirat habe sich schon vor Jahren für eine eingezäunte Hundewiese stark gemacht. Es kam zum Kompromiss, dass ein Teil des Bonifatiuspark zur Hundefreifläche erklärt wurde. „Interessanterweise wurden die Schilder vor einer Woche versetzt und es wurde eine andere Wiese ausgewiesen. Eine Maßnahme, die nicht mit dem Ortsbeirat abgesprochen war“, beklagt Neißner. Diese Wiese sollte aber unter keinen Umständen als Hundewiese ausgewiesen werden, hieß es bei einer frühere Ortsbegehung.

Im Riedberg hoffen nun alle, dass der oder die Verantwortlich:e geschnappt wird. „Die Hunde kannten sich alle und haben miteinander gespielt“, sagt Martina Peukert. Wer das getan hat, habe ganz viele Familien ins Leid gerissen. Das einzige, was ihr Hoffnung gibt, ist die große Anteilnahme, die sie erfahren hat. In den kommenden Tagen will sie aber Zeit für sich und ihren Sohn finden, um alles zu verarbeiten. „Blacky war ein Teil der Familie.“

Dieser Giftköder wurde im Riedberg mehrfach gefunden.
Dieser Giftköder wurde im Riedberg mehrfach gefunden. © Privat

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