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Studierende soll künftig einfacher vom Campus Riedberg (Foto) zur Uni im Westend kommen. Foto: Michael Schick

Riedberg

Frankfurt-Riedberg: Von Campus zu Campus

Ortsbeirat will U-Bahnstrecke zwischen den Uni-Standorten Westend und Riedberg ausbauen. Die Bushaltestelle am Campus Riedberg soll barrierefrei ausgebaut werden.

Wer vom Riedberg mit dem ÖPNV zum Hauptbahnhof will, braucht dafür etwa eine halbe Stunde – und muss einmal umsteigen. Für eine bessere Anbindung des jüngsten Ortsteils soll der Ausbau der U 4 von der Bockenheimer Warte bis Ginnheim sorgen. Die von dort über Riedberg bis Nieder-Eschbach fahrende U 9 wird nach dem Lückenschluss Teil der U 4-Strecke.

Doch der Ausbau kommt nur schleppend voran, noch steht nicht einmal die Trassenführung fest. Vor kurzem stellte das Verkehrsdezernat zehn Varianten vor, von denen die Stadtverordneten mehrere auswählen sollen. Diese werden einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen, denn davon hängen Zuschüsse von Bund und Land ab (FR berichtete).

Dem für Kalbach-Riedberg zuständigen Ortsbeirat 12 ist beim Ausbau der U 4 besonders die Anbindung des Campus Westend wichtig. Das Gremium möchte bei der Entscheidungsfindung gehört werden. Der Ausbau soll so schnell wie möglich erfolgen. Stimme das Kosten-Nutzen-Verhältnis, hieß es in einem FDP-Antrag des Ortsbeirats, bevorzuge man eine direkte Verbindung zwischen den Uni-Standorten auf dem Riedberg und im Westend. Die gibt es zwar schon mit der U 8, allerdings hält diese an der sehr stark ausgelasteten Station Holzhausenstraße. Von dort ist es mehr als ein halber Kilometer Fußweg bis zum Campus Westend, mehrere Straßen müssen dabei überquert werden.

Sowohl der Asta als auch die Universitätsleitung kritisieren das und fordern eine Haltestelle direkt auf dem Campus. Die ist in den längeren Trassenführungen für den neuen U4-Verlauf vorgesehen.

Auch am Campus Riedberg selbst soll sich nach Willen des Ortsbeirats etwas ändern. Denn eigentlich sollte die Bushaltestelle dort in diesem Jahr verlegt, barrierefrei ausgebaut und mit einem Wetterschutz versehen werden – passiert ist aber noch nichts. „Schade, dass es so lange dauert“, befand CDU-Ortsbeirat Winfried Lampe in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Die Anwohner hätten gerne mindestens acht Sitzplätze, mehr Mülleimer und eine Überdachung, so Lampe. „Man muss auch mal erkennen bei der Stadt, dass diese Bushaltestellen von zentraler Bedeutung sind.“ Schließlich sei der Campus Riedberg ein wichtiger Umsteigepunkt zwischen Bus und Bahn.

Thomas Erhart vom Verkehrsdezernat teilte der FR auf Anfrage mit, zwischen den zuständigen Fachämtern und dem Ortsbeirat habe es einige Missverständnisse ob der Haltestelle gegeben, die Teil eines Maßnahmenpakets sei. „Wir gehen davon aus, dass 2020 die Ausführungsplanung umgesetzt werden kann“ – danach müssten allerdings noch die finanziellen Mittel bewilligt werden.

Ein anderes Ärgernis für die Riedberger hängt mit der U 9 zusammen. Da gebe es „extreme Lücken und Ausfälle“, berichtete Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU). Das Gremium will wissen, warum das so ist und wie Ausfälle in Zukunft vermieden werden können. Um „eine Verkettung unglücklicher Zufälle“ habe es sich gehandelt, erklärte VGF-Pressesprecherin Aleksandra Malczewski. Mitte November seien viele Fahrten aufgrund der Betriebsversammlungen ausgefallen, gleichzeitig seien sehr viele Fahrer krank gewesen. Es sei „zum Planen am einfachsten“, so Malczewski, die U 9 ausfallen zu lassen – denn deren Haltestellen sind entweder über die U 1, die U 2 oder die U 8 an das Stadtbahnsystem angeschlossen.

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