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Am Stand der Selbsthilfegruppe für Bluthochdruck wurde natürlich auch der Blutdruck gemessen.

Frankfurt

Die richtige Selbsthilfegruppe finden

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Beim Selbsthilfemarkt stellen sich mehr als 80 Selbsthilfegruppen vor und verknüpfen sich auch untereinander.

Ein stetiges Stimmengewirr zieht durch die Römerhallen. An den Ständen, die dort aufgebaut sind, gibt es viele angeregte Gespräche. Beim 36. Selbsthilfemarkt präsentierten sich am Freitag mehr als 80 Frankfurter Selbsthilfegruppen.

Bärbel Wellmann vom BRCA-Netzwerk informierte über familiären Brust- und Eierstockkrebs. Viele Frauen seien verunsichert, wenn sie die Diagnose Krebs erhielten oder sich bewusst würden, dass die Chance, daran zu erkranken, durch erbliche familiäre Vorerkrankungen deutlich höher sei. Deshalb habe sie erst vor kurzem einen neuen Gesprächskreis ins Leben gerufen. Gerade noch nicht Erkrankte haben viele Fragen zum Thema. Der Gesprächskreis trifft sich das nächste Mal am 11. Juli um 20 Uhr in den Räumen der Selbsthilfe-Kontaktstelle, Sonnemannstraße 3.

Bärbel Wellmann schätzt die Gespräche mit den anderen Selbsthilfegruppen. Sie sei zu einem Vortrag einer anderen Gruppe eingeladen worden und habe auch schon jemanden zu einem baldigen Vortrag im Gesprächskreis bewogen.

Auf dem Römerberg vor dem Rathaus waren ebenfalls mehrere Stände des Selbsthilfemarkts aufgebaut. Beispielsweise jener der Stotterer-Selbsthilfegruppe an dem Bernhard Jung und Thomas Buckl stehen. Jung berichtete von der Flow-Sprechgruppe, die sich besonders an junge Menschen richtet. „Wir organisieren Aktivitäten über die Gruppenarbeit hinaus.“ So gebe es Ausflüge zu anderen Stotterergruppen in Deutschland oder auch Referate zu interessanten Themen. Bei dem oft mit Scham besetzten Thema helfe es auf dem Selbsthilfemarkt präsent zu sein. Auch die Vernetzung mit anderen Selbsthilfegruppen der Stadt sei an diesem Tag besonders wichtig.

Eine 58-jährige Besucherin aus Schwalbach wollte ihren Namen nicht nennen, erzählte aber, dass sie gezielt zum Markt im Römer gekommen sei. Sie sei aktuell auf der Suche nach Unterstützung und habe länger mit der Cochlea-Implantat-Selbsthilfegruppe gesprochen. „Der Markt ist eine extrem wichtige Veranstaltung“, sagte die 58-Jährige. Besonders helfen würde es, wenn Betroffene die Gruppen gründen und dann aus eigener Erfahrung sprechen könnten.

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) lobte den Markt als „bunt wie diese Stadt“. Er sei der Stachel im Fleisch eines manchmal komplizierten Gesundheitssystems. Majer: „Man trifft interessante und selbstbewusste Menschen, die von sich und einem gesunden Leben erzählen.“

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