Die Brüder Florian (li.) und Felix Gutberlet verkaufen auch Boxhandschuhe.
+
Die Brüder Florian (li.) und Felix Gutberlet verkaufen auch Boxhandschuhe.

Modestadt

Frankfurt: Das richtige Outfit nicht nur für Kampfsportler

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
    schließen

Die Frankfurter Brüder Felix und Florian Gutberlet verkaufen ihre eigene Sportmarke namens Feflogx in My Zeil und im Online-Shop.

Im Hintergrund läuft deutscher Rap, in einer Ecke hängt ein Boxsack, in der anderen baumeln Sportshirts, Trainingsausrüstung, aber auch Fanshirts mit den Namen von gefeierten Frankfurter Mixed-Martial-Arts-(MMA)-Kämpfern wie Daniel Weichel oder Max Coga darauf. Ein paar der Kampfsportler testen die Sportkleidung, bevor sie an der Stange hängt. „Aber unsere Kollektion ist nicht nur für Kampfsportler geeignet, sondern auch für ganz normale Sportler. Also nicht unbedingt für die Pumptypen, sondern eher für Leute, die Crossfit, Functional Fitness, also ein Ganzkörper-Workout, betreiben“, erzählt Felix Gutberlet, einer der beiden Gründer von Feflogx.

Feflogx ist einmal der Name des Ladens im zweiten Stock des Einkaufszentrums My Zeil, und gleichzeitig ist es der Name der Frankfurter Sportmarke, die der 26-jährige Felix Gutberlet mit seinem jüngeren Bruder Florian (23) Ende 2017 gegründet hat. Erst als reinen Onlineshop, im Herbst 2019 kam dann der echte Laden dazu. „Es ist doch etwas anderes, wenn die Leute die Kleidung anfassen können und wir die Leute persönlich beraten“, betont Felix Gutberlet.

Die letzten Monate seien wegen der Corona-Krise finanziell hart gewesen. „Hätten wir nicht noch unseren Onlineshop und zudem einen Investor, weiß ich nicht, ob wir den Laden hätten halten können“, sagt Florian Gutberlet. Erst langsam käme wieder mehr Laufkundschaft.

Die neue Kollektion haben sie nach hinten verschieben müssen. „Bei der neuen Kollektion kommen noch mehr Frauensachen hinzu“, sagt Felix Gutberlet. Neben Sportkleidung verkaufen sie auch „Fight-Equipment“ wie beispielsweise Boxhandschuhe. Bald sollen auch weitere Produkte wie Springseile und Taschen hinzukommen.

Wie aber kamen die beiden überhaupt darauf, eine eigene Sportmarke zu entwickeln? „Wir haben als Jugendliche mit Kampfsportwettkämpfen angefangen. Schon da haben wir gemerkt, wie nervig es ist, wenn man Sportklamotten trägt, die nicht aus dem richtigen Material sind. Bei über 50 Prozent Anteil an Baumwolle schwitzt man zu sehr. Besser sind Polyester, Elastan, Lycra und Polyamid. Außerdem hatten wir Probleme, als wir beispielsweise beim Kicken am Shirt des Gegners mit dem Fuß hängenblieben sind. Das war sehr unvorteilhaft“, sagt Felix Gutberlet.

So verkaufen sie auch sogenannte Rashguards und Tight-Shorts beziehungsweise -Leggings, das sind hautenge Kleidungsstücke, damit man eben nicht an jemanden oder irgendwo hängen bleibt. Die MMA-Kämpfer, denen sie Shirts sponsern, testen vorab, so dass es bei den Endprodukten keine störenden Dinge gibt wie raue Nähte oder Druckstellen. Florian Gutberlet sagt: „Manche Sportsachen sind qualitativ schlecht, manche vom Design einfach überladen. So dachten wir: Warum machen wir nicht unsere eigene Kleidung?“ Sein Bruder betont: „Unser Produkte sind schweißabweisend, schnell trocknend, körperbetont und trotzdem sehr bequem.“ Aber auch Kleidung wie ein Baumwoll-Sweatshirt zum Chillen nach dem Training gibt es.

Feflogx ist kein eingängiger Name. Was soll dieser bedeuten? „Der Name steht für Felix (Fe), Florian (Flo), Gutberlet (G), und unsere Jugendclique nannten wir X3(X)“, sagt Felix Gutberlet. Aufgewachsen sind die Brüder in Kronberg, mittlerweile leben sie zusammen in einer Wohnung in Heddernheim mit zwei Minischweinen. „Die sind unsere Maskottchen mit eigenen Instagram-Account. Anfangs hatten wir nur Fefl. Er war auch oft im Laden, der bleibt aber jetzt lieber im Garten. Er ist gerade in der Pubertät, und da beißt er viel und will alles essen“, erzählt Florian Gutberlet und lacht. Die Babyschwester hingegen schnuppere auch mal samstags in den Store rein.

„Ein besonders beliebtes Modell ist bei den Frauen unsere Camouflage-Leggins, weil die gut sitzt und eine Handytasche hat“, erzählt Florian Gutberlet. 39,50 Euro kostet sie. Ihre Preise lägen im mittleren Bereich. Für das Design ist der 23-Jährige bei Feflogx zuständig. Er ist am Ende seines Grafikstudiums. Felix Gutberlet kümmert sich um die Finanzen, er macht gerade seinen Master in Wirtschaftsingenieurwesen an der Frankfurter Fachhochschule.

Ihre Sachen ließen sie in Deutschland bedrucken, aber sie komplett in Deutschland produzieren zu lassen, sei zu teuer. Aber sie achteten darauf, dass sie mit Produktionsstätten zusammenarbeiten, die ihre Arbeiter nicht ausnutzten, keine Kinder arbeiten ließen. „Zudem werden unsere Produkte nach den europäischen Standards gefertigt“, sagt Felix Gutberlet. Sein Bruder betont: „So läuft die Verkaufsmanagerin in China mit der Kamera durch die Fabrik, wenn wir regelmäßig mit ihr Videokonferenz halten.“

Besonders stolz sind sie auf ihren Damen-Sport-BH. „Diesen hat eine weibliche Kämpferin für uns beim Wettkampf getestet. Die Gegnerin hat daran gerissen wie eine Verrückte. Einige männliche Zuschauer hofften: ‚Lass den reißen.‘ Wir dachten nur: ‚Lass den bitte nicht reißen!‘ Und auch bei dieser Belastungsprobe ist er nicht gerissen“, sagt Felix Gutberlet und lacht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare