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Frankfurt: Retter von oben

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Von: Steven Micksch

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Der Zivilschutz-Hubschrauber Christoph 2 auf dem Helipad der BG Unfallklinik Frankfurt. Gollnow/dpa
Der Zivilschutz-Hubschrauber Christoph 2 auf dem Helipad der BG Unfallklinik Frankfurt. Gollnow/dpa © dpa

Der Hubschrauber Christoph 2 ist seit 50 Jahren in Frankfurt ansässig. Pro Jahr fliegt seine Crew mehr als 1000 Einsätze pro Jahr.

Die Einsatzzahlen des in Frankfurt stationierten Zivilschutz-Hubschraubers Christoph 2 sind 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen. Dies zeigt die Statistik, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Mittwoch in der Frankfurter BG Unfallklinik präsentierte. Demnach flog Christoph 2 im vergangenen Jahr 1083 Einsätze. 2018 waren es 1126 Einsätze, in den dazwischenliegenden Jahren je rund 990.

Den Großteil der Einsätze machten dabei Primärversorgungen und Primärtransporte aus. Das bedeutet, dass der Rettungshubschrauber zu Unfällen fliegt und die Patientinnen und Patienten versorgt, und – im Falle eines Primärtransportes – auch in ein Krankenhaus fliegt. Sekundärtransporte, also von einer Klinik in eine andere, gab es im Jahr 2021 27 Mal. Insgesamt war der Hubschrauber 430 Flugstunden unterwegs und half 474 Menschen.

Das Jahr 2022 wird für Christoph 2 auch unabhängig vom Einsatzgeschehen ein bedeutendes Jahr. Das in Frankfurt stationierte Einsatzfahrzeug feiert nämlich sein 50-jähriges Bestehen. Am 15. August 1972 wurde das damalige Vorgängermodell in Betrieb genommen. Bei der Schlüsselübergabe war Udo Jürgens dabei. Bereits 1967 hatte es Feldversuche mit Hubschraubern in Frankfurt gegeben, um der hohen Zahl an Verkehrstoten etwas entgegenzusetzen, berichtete Bernd Wohlrath, Leitender Hubschrauberarzt von Christoph 2, bei der Pressekonferenz.

Wolfram Geier, Abteilungspräsident im BBK, bescheinigte allen 18 Hubschraubern im Bundesgebiet – wobei nur zwölf davon täglich fliegen – eine unverzichtbare Rolle im Rettungswesen. Die Luftrettung sei heute nicht mehr wegzudenken und biete Patientinnen und Patienten durch Zeitersparnisse eine höhere Überlebenschance.

In den Anfängen der Luftrettung in Frankfurt war der Rettungshubschrauber an der BGU zunächst vor dem Krankenhaus stationiert. Erst 1997 bekam die Klinik einen Hangar samt Landeplattform im 13. Stock. 2008 wurde das ältere Hubschraubermodell durch das jetzige ersetzt.

Christoph 2 ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Nach der Alarmierung braucht der Hubschrauber in der Regel nur zwei Minuten, bis er in der Luft ist. Die dreiköpfige Crew besteht aus einem Piloten, der zur Bundespolizei gehört, einem Notarzt, der von der BGU gestellt wird, und einem Notfallsanitäter aus den Reihen der Berufsfeuerwehr Frankfurt. Eine Flugminute koste im Schnitt 76 Euro. Das bundesweite Budget der Hubschrauber soll 2022 bei 2,6 Millionen Euro liegen.

Eine besondere tägliche Herausforderung, so erklärt Bernd Wohlrath, stelle der Flughafen Frankfurt dar. Bei Einsätzen in Richtung Innenstadt komme man in die Kontrollzone des Flugplatzes und sei immer in Absprache mit den Fluglotsinnen und -lotsen. Aber das Einsatzgebiet des orangen Rettungsfahrzeugs ist nicht nur die Mainmetropole, sondern erstreckt sich in einem Radius von 60 bis 70 Kilometern, etwa von Gießen im Norden bis Mannheim im Süden.

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