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Frankfurt: Brutale Prügelei unter Rentnern - mit dem Knüppel auf den Kopf

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Von: Oliver Teutsch

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Eine Kreissäge.
Eine Kreissäge sorgte in Frankfurt für Verdruss. (Symbolbild) © Valentyn Semenov/Imago

Ein Nachbarschaftsstreit eskaliert während der Sportschau. Schadenersatz und Schmerzensgeld für Rentner mit Kreissäge.

Frankfurt - Weil er seine Sportschau nicht in Ruhe schauen konnte, hat ein 71-Jähriger seinen Nachbarn krankenhausreif geschlagen. Da die Prügelei für das 88-jährige Opfer schmerzliche Folgen hatte, landete der Fall schließlich vor dem Amtsgericht Frankfurt. Dieses billigte dem Opfer knapp 940 Euro Schadenersatz und 800 Euro Schmerzensgeld zu, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil hervorgeht.

Das Verhältnis zwischen den beiden Rentnern galt laut Urteil bereits seit 2018 als angespannt. Am 14. November 2019, an einem Samstag gegen 18 Uhr, schaute der später Beklagte die Sportschau und fühlte sich dabei von dem 88-jährigen gestört, weil dieser im gemeinsamen Innenhof mit einer Kreissäge hantierte. Der Fernsehgucker bat seinen Nachbarn, der nicht zum ersten Mal mit der Kreissäge hantierte, zunächst erfolglos, seine lautstarken Arbeiten doch bitte einzustellen. Als der 88-Jährige dies unterließ, sah der Fußballfan Rot.

Prügelei zwischen Rentnern in Frankfurt

Laut Gericht schlug der 71-Jährige mit einem Knüppel auf den Kopf und ein Ohr seines Nachbarn ein und versuchte ihm zudem ins Auge zu stechen. Dabei entspann sich ein Ringkampf in dem der später Beklagte dem Kläger ins rechte Ohr biss und ihm die Nase verdrehte. Der 88-Jährige erlitt eine Prellung der rechten Hüfte und des linken Unterarms sowie Schürfwunden und Prellmarken an der rechten Stirn, Augenbraue, Wange, Unter- und Oberlippe, Nase sowie Abschürfungen am kleinen Finger der rechten Hand. Der 71-Jährige ließ erst von dem Ruhestörer ab, als ein Zeuge auf dessen Hilfeschreie reagierte. Mit einem Rettungswagen kam der 88-Jährige in die BG Unfallklinik.

Während die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt wurden, hatte das Opfer auf dem zivilrechtlichen Weg Erfolg. Zwar sei der Kläger schon aus dem Gebot der nachbarschaftlichen Rücksichtnahme gehalten gewesen, die Arbeiten für diesen Tag einzustellen oder zumindest zu unterbrechen. Gleichwohl rechtfertige dies nach Ansicht des Gerichts weder die Handlung des Beklagten noch führe dies zu der Annahme eines Mitverschuldens aufseiten des Klägers, dem allenfalls Fahrlässigkeit vorzuwerfen sei. Diese trete jedoch gänzlich hinter der vorsätzlichen Begehung des Beklagten zurück. (Az. 32 C 105/21 (86)). (Oliver Teutsch)

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