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Der höhere Teil des Rentenbank-Ensembles am Eschenheimer Turm wird kräftig wachsen.  

Architektur  

Frankfurt: Die Rentenbank wird aufgestockt

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Das 50er-Jahre-Gebäude der Rentenbank am Eschenheimer Turm darf vier Geschosse höher werden. Das erlaubt die Stadt, obwohl das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Eines der bekanntesten Gebäude der 50er Jahre in Frankfurt wird sich in den kommenden Jahren kräftig verändern. Die landwirtschaftliche Rentenbank wird ihren Stammsitz an der Hochstraße aufstocken. Statt acht soll der höhere Gebäudeteil des Ensembles am Eschenheimer Turm danach samt Staffelgeschoss zwölf Geschosse haben.

Die Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum braucht mehr Platz. In den vergangenen Jahren ist die Zahl ihrer Beschäftigten kontinuierlich gestiegen. Ende 2008 hatte sie nach Angaben eines Unternehmenssprechers nur 211, Ende vergangenen Jahres 304 Mitarbeiter.

Das in den Jahren 1954 bis 1956 nach Plänen des Büros Letocha und Rohrer und des Architekten Werner Dierschke im Auftrag der Rentenbank entstandene Gebäude soll zudem energetisch saniert werden. Die Arbeiten sollen nach dem bisherigen Zeitplan im Jahr 2021 beginnen und zwei bis drei Jahre dauern. Die Bank will nach eigenen Angaben einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investieren.

Die städtische Bauaufsicht hat die Bauvoranfrage für die Erweiterung nach laut städtischen Angaben umfangreichen Abstimmungen positiv beschieden, obwohl das Gebäude denkmalgeschützt ist. Das Hauptargument sei gewesen, dass die Rentenbank zunächst höher werden sollte, als sie dann tatsächlich gebaut wurde, sagt Mark Gellert, Sprecher des auch für Denkmalschutz zuständigen Planungsdezernenten Mike Josef (SPD). Zudem sei die umgebende Bebauung ebenfalls hoch. Eine Rolle habe zudem das Interesse gespielt, dass die Rentenbank in Frankfurt bleibt und hier wachsen kann, sagt Gellert.

Vieles bleibt erhalten

Nicht nur das für das Gebäude charakteristische Flugdach soll erhalten bleiben und dem aufgestockten Gebäude wieder aufgesetzt werden. Die Fassade wird erneuert, soll aber ihr Erscheinungsbild bewahren. Auch im Innern wird nach Angaben der Rentenbank vieles, was das 50er-Jahre-Gebäude ausmacht, bewahrt. Erhalten bleiben etwa das Treppenhaus samt Geländer und das Wandgemälde im Casino.

Die Rentenbank hat sich bereits eine Übergangslösung für die Zeit der Arbeiten gesichert. Sie zieht nach Angaben des Maklerhauses Knight Frank in das sogenannte Goldene Haus, ein Bürogebäude an der Theodor-Heuss-Allee in der City West. Der Mietvertrag für rund 12.300 Quadratmeter Bürofläche beginnt am 1. Oktober kommenden Jahres und läuft über fünf Jahre.

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