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Frankfurt: Regionalverband wirbt für dichteres Bauen

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Von: Christoph Manus

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Auch in Preungesheim baut die ABG.
Gerade in Frankfurt ist in den vergangenen Jahren, wie hier im Stadtteil Preungesheim, viel gebaut worden. Die Stadt liegt bei den Fertigstellungen von Wohnungen auch bundesweit vorne. © ROLF OESER

Auch in Frankfurt und Region ist der Bauboom vorbei. Der Regionalverband rechnet damit, dass viele Vorhaben verschoben oder aufgegeben werden. Helfen könne verdichtetes Bauen, rät er.

Noch im vergangenen Jahr sind in der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main 23 334 Wohnungen fertiggestellt worden. Die Zahl der Baugenehmigungen lag bei fast 28 000. Und damit, wie der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main am Dienstag mitteilte, auf dem zweithöchsten Stand seit dem Jahr 2000.

Die hohen Werte haben nicht zuletzt mit der seit Jahren sehr starken Bautätigkeit in Frankfurt zu tun. Dort entstanden, wie das Maklerhaus Colliers berichtet, in den vergangenen fünf Jahren 10,3 neue Wohnungen pro 1000 Haushalte. Das sei der höchste Wert unter den Top7 – also Städten wie Berlin, Hamburg und München. Auch bei den Baugenehmigungen war die Entwicklung gut.

Stark gestiegene Zinsen und Baukosten erschweren den Wohnungsbau in Frankfurt

Doch nun scheint der jahrelange Bauboom zu Ende zu gehen. Auch der Regionalverband rechnet mit einer Trendwende. Die Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine, der Materialmangel, die stark gestiegenen Hypothekenzinsen und Baukosten sowie der Fachkräftemangel könnten dazu führen, „dass viele Bauvorhaben verzögert oder unter diesen Bedingungen ganz aufgegeben werden“, teilt der Regionalverband mit.

In der Tat hat etwa die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding bereits angekündigt, einen Teil ihrer Neubauprojekte angesichts der stark gestiegenen Materialkosten zu verschieben. In der Bauwirtschaft der Region, die in den vergangenen Jahren stets stabilisierend wirkte, ist die Stimmung, wie aus einer neuen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Frankfurt hervorgeht, zuletzt regelrecht eingebrochen. Sie fiel auf den tiefsten Stand seit 17 Jahren.

Flächensparend zu bauen, senke auch Kosten, rät der Regionalverband Frankfurt

Angesichts dieser Krise ist es nach Ansicht des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main noch wichtiger geworden, verdichtet und flächensparend zu bauen – und das am besten in Nähe von Bahnstationen. „Eine solche Bauweise kann auch dazu beitragen, Kosten zu reduzieren“, sagt Verbandsdirektor Thomas Horn (CDU). Nach Angaben des Verbands geht der Trend dabei bereits in die richtige Richtung.

Vor zehn Jahren habe noch nur die Hälfte der neuen Häuser in der Region drei oder mehr Wohnungen gehabt. 2021 seien es 72,2 Prozent gewesen. Selbst im ländlichen Raum werde mittlerweile wesentlich dichter gebaut, beobachtet Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbands.

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