Nachverdichtungen

Frankfurt: Regeln für die Nachverdichtung von Siedlungen

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Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef will Eigentümern verbieten, bei Aufstockungen die Miete zu erhöhen. Außerdem will er barrierefreie Aufzüge zur Pflicht machen.

Das Planungsdezernat will die Nachverdichtung von Wohnsiedlungen in Frankfurt nur erlauben, wenn deren Wohnungsgesellschaften und Eigentümer sich verpflichten, Aufstockungen oder Anbauten nicht zum Anlass zu nehmen, von den bisherigen Bewohnern höhere Mieten zu verlangen. Das ist ein Element der Leitlinien zur Nachverdichtung, die nach Mitteilung von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) künftig bindend sein werden. Kein Bewohner solle Sorge haben müssen, durch Nachverdichtung aus den Siedlungen verdrängt zu werden, sagt er.

Das Planungsdezernat fordert in den Leitlinien auch, dass nur Aufzüge eingebaut werden dürfen, die barrierefrei sind, also nicht etwa auf halber Treppe enden, sagt Josefs Sprecher Mark Gellert auf Anfrage. Aufstockungen müssten insbesondere in denkmalgeschützten Siedlungen so geschehen, dass kein architektonischer Wildwuchs entstehe. Die Eigentümer sollen überdies, wo sie Siedlungen um Wohnungen erweitern, Platz für Läden oder Cafés und öffentliche Nutzungen wie Kita oder Jugendtreff vorhalten. Wichtig ist der Stadt laut Gellert auch, dass die Qualität der Siedlungen erhalten bleibt, etwa das Grün zwischen den Häusern nicht zu stark angetastet wird.

Wo Eigentümer nicht kooperierten, könne die Stadt die Vorhaben verhindern, in dem sie etwa den Bebauungsplan nicht entsprechend ändert, sagt Gellert. Auch die Bauaufsicht achte darauf, dass die Vorhaben städtebaulich verträglich sind.

Als beispielhaft für die Nachverdichtung von Bestandssiedlungen gilt dem Planungsdezernat die Aufstockung und Ergänzung der Ginnheimer Platensiedlung. Mit Holzmodulen hat die städtische Wohnungsgesellschaft ABG bisher dreistöckige Häuser nördlich der Platenstraße um je zwei Etagen aufgestockt und so 380 Wohnungen geschaffen, von denen der größte Teil inzwischen vermietet oder bereits bezogen ist. Bis 2023 sollen weitere 300 Wohnungen entstehen, die in Tor- und Brückenhäusern Platz finden.

Für eine Fortsetzung der Nachverdichtung im Bereich südlich der Platensiedlung hat die ABG, wie ihr Geschäftsführer Frank Junker am Donnerstag der FR sagte, dagegen noch keine konkreten Pläne. Eine Aufstockung der dortigen Siedlungshäuser sei „nicht ganz so trivial“, hieß es.

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