Safe Abortion Day

Frankfurt: Recht auf Selbstbestimmung

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Frankfurter Aktivistinnen fordern Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.

Am internationalen Safe Abortion Day am Samstag, 28. September, werden sich auch Aktivistinnen aus Frankfurt und Gießen beteiligen. In einer gemeinsamen Presseerklärung fordern das „Frauen-Streik-Bündnis Frankfurt“ und die „Pro-Choice-Aktivistinnen Rhein-Main“ die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.

In Gießen, dem Wohnort der Ärztin Kristina Hänel, ist eine Demonstration um 11 Uhr ab dem Berliner Platz geplant. In Frankfurt werden sich von 15 bis 18 Uhr in einer Speakers’ Corner an der Hauptwache Ärztinnen, Politikerinnen und Vertreterinnen verschiedener Organisationen zu Wort melden, die sich für Frauenrechte engagieren.

Bild der unmündigen Frau

In Deutschland gebe es mit den Paragrafen 218 und 219a des Strafgesetzbuches noch immer ein „grundsätzliches Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen“, heißt es in der Pressemitteilung. Dies bedeute „eine Stigmatisierung für ungewollt Schwangere und verbreite das Bild einer unmündigen Frau“, kommentiert die Gewerkschafterin und Streik-Aktivistin Helena Müller diesen Sachverhalt. Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen und darüber informieren, seien von staatlicher Repression und Anfeindungen von Fundamentalisten betroffen, heißt es weiter.

Erst im Juni seien zwei Ärztinnen aus Berlin zu Geldstrafen verurteilt worden. Auch das Verfahren gegen Kristina Hänel sei noch nicht beendet. Nachdem das Landgericht Frankfurt das Verfahren an das Amtsgericht Gießen zurückverwiesen habe, warte sie jetzt auf den nächsten Verhandlungstermin.

Die Ärztin Christiane von Rauch betonte, dass weltweit gemeinsam für legale und sichere Schwangerschaftsabbrüche gekämpft werden müsse. Laut WHO würden jährlich über sieben Millionen Frauen in Entwicklungsländern aufgrund gefährlicher Schwangerschaftsabbrüche im Krankenhaus behandelt.

In Deutschland sollten die Kosten für Verhütungsmittel und für einen Schwangerschaftsabbruch durch die Krankenkassen übernommen werden, fordern die Aktivistinnen.

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