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Lehre in der Leere. Kinder-Uni, diesmal mit 26 statt 1200 Schülerinnen und Schülern vor Ort.
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Lehre in der Leere. Kinder-Uni, diesmal mit 26 statt 1200 Schülerinnen und Schülern vor Ort.

Kinder-Uni

Frankfurt: Rechnen wie im alten Ägypten

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Am ersten Tag der Kinder-Uni lernen die jungen Studis viel über Zahlen und Papyrus. Am zweiten Tag wird es ums Klima gehen.

Es ist anders. Aber trotzdem spannend. Und man lernt auch was. Es ist wieder Kinder-Uni in Frankfurt und so hat man den größten Hörsaal der Goethe-Universität selten gesehen.

So leer nämlich. 26 Mädchen und Jungen aus der fünften Klasse des Lessing-Gymnasiums haben die Ehre, sich im Audimax zu verteilen – das ist der größte Hörsaal auf dem Campus Westend. Da sitzen sonst 1200 Leute drin, wenn zum Beispiel Kinder-Uni ist und kein Corona. Diesmal eben nur 26, mit Masken, stellvertretend für all die anderen.

Die sind in ihren Klassenzimmern, die anderen, und gucken per Internet zu. Sie sehen erst mal einen kurzen Film, in dem sich die heutige Professorin vorstellt, die Wissenschaftshistorikerin Annette Warner. Sie erklärt, um was es geht: Zahlen. Dreikäsehoch, sagt sie, werden Kinder heute noch genannt, weil sie in früheren Zeiten eben so hoch waren wie drei Laib Käse.

KINDER-UNI-QUIZ

Zweiter Tag der Kinder-Uni. An diesem Donnerstag erklärt der Klimaforscher Joachim Curtius, warum „Die Erde schwitzt – wie CO2 unseren Planeten warm macht“, so der Titel seiner Vorlesung, ab 14 Uhr für alle zu sehen unter kinderuni.uni-frankfurt.de

Quizfrage heute: Das wichtigste vom Menschen erzeugte Treibhausgas ist:
a) Wasserdampf
b) Kohlendioxid
c) Sauerstoff?
Wer eine Kinder-Uni-Tasse gewinnen möchte, geht im Internet auf www.fr.de/Gewinnspiel, gibt unter Lösungswort „Kinder-Uni Klima“ an und unter Anmerkungen/Hinweise die richtige Lösung (a, b oder c).

Es geht aber nicht nur um Zahlen, sondern auch um das alte Ägypten. Da kommen sie her, die Zahlen. Das wissen wir, weil die ältesten beschriebenen Objekte, 5000 Jahre alt, in den Gräbern der Könige gefunden wurden, wie Warner berichtet. Man kam damals mit sieben Zeichen aus, etwa mit einer Lotusblume für die Zahl 1000 und einer Kaulquappe für 100 000. Das Mathebuch war meterlang und aus Papyrus. Aber die Aufgaben waren so ähnlich wie heute: Es gibt 200 Brote für 25 Männer, davon sind 100 Brote für fünf Männer reserviert, die anderen 100 für 20 Männer. Frage: Was ist der Unterschied? Wer verstanden hat, was gemeint ist, findet schnell heraus: Die fünf Privilegierten kriegen jeweils 20 Brote, die 20 anderen Männer je – na? Genau: fünf.

So rechnete man in Ägypten, wo der König der Zahlenchef war und sagte, wie viel Baumaterial für die Pyramiden nötig sei und wie viel Bier für die Arbeiter. Rechnen ließ er seine Mitarbeiter.

Fragen dazu? Ja, aber weniger zu den Zahlen, mehr zu den Ägyptern – die sind dann offenbar doch spannender als die Mathematik. Woraus war ihre rote Tinte? Hui, spezielle Frage. Woraus war Papyrus? Aus der gleichnamigen Pflanze. Wie ist die Dozentin auf ihren Beruf gekommen? „Ich wollte eigentlich Mathematiklehrerin werden“, sagt Warner, „aber dann bin ich während des Studiums nach Ägypten gefahren.“

Lessing-Schülerin Emma interessiert, wie viele Arbeiter an einer mittelgroßen Pyramide werkelten. Schwer zu sagen – die Berechnungen seien nicht erhalten, sagt Warner. Und wie lang hat so ein Pyramidenbau gedauert? Nun, möglichst nicht länger als das Leben des Königs. Der musste ja am Ende da rein.

Der erste Kinder-Uni-Tag ist vorbei, anders als sonst, aber mindestens genauso lehrreich. Am Donnerstag geht es auf dem Uni-Campus Riedberg weiter. Und natürlich wieder in Hunderten Klassenzimmern.

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