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Frankfurt: Rechenzentren sollen Wohnungen heizen

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Das Innenleben von Rechenzentren besteht im Wesentlichen aus Servern und Kabeln. Foto: Monika Müller
Das Innenleben von Rechenzentren besteht im Wesentlichen aus Servern und Kabeln. © Monika Müller

In Frankfurt ist einer der größten Internetknoten weltweit, und die Rechenzentrumsbranche boomt. Über die Ansiedlung weiterer Rechenzentren herrscht Dissens im Römer.

In Frankfurt befindet sich einer der größten Internetknoten der Welt. Etwa 70 große Rechenzentren gibt es in der Stadt – doch wo sich weitere Rechenzentren ansiedeln sollen, darüber herrscht Dissens im Römer.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte zuletzt ein Entwicklungskonzept vorgelegt. Es sieht weitere Rechenzentren etwa in Sossenheim, Rödelheim, Griesheim, Gallus sowie im Ostend und in Fechenheim entlang der Hanauer Landstraße vor. Keine weiteren Rechenzentren sollen sich demnach im südlichen Osthafen nahe dem Main, in Seckbach, im übrigen Fechenheim und in den Industrieparks im Westen der Stadt ansiedeln.

Die CDU im Römer hält die ausgewiesenen Gebiete für unzureichend. „Frankfurt mit dem Weltinternetknoten DE-CIX muss sich zur Digitalisierungshauptstadt Europas entwickeln und braucht neue, auch dezentrale Flächen für Rechenzentren“, sagte Albrecht Kochsiek, der planungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion.

Die Festlegung auf „Eignungsgebiete“ drängt seiner Ansicht nach die Branche aus der Stadt ins Umland. „Das halten wir für falsch“, sagte er. Kochsiek machte darauf aufmerksam, dass die Abwärme der Rechenzentren den Stadtteilen zugutekommen könne. Sie würden damit „nachhaltig zu den Klimazielen beitragen“. Das Musterbeispiel sei ein neues Wohngebiet in Hattersheim, das seinen Energiebedarf zu 80 Prozent durch benachbarte Rechenzentren decke.

In einem eigenen Strategiepapier bekennt sich die CDU im Römer zur Ansiedlung von Rechenzentren. Die Stadt soll demnach weitere Flächen für diese ausweisen.

Die CDU-Fraktion schlägt vor, die Rechenzentren könnten neben Autobahnen oder Schienentrassen entstehen und Lärmschutzriegel bilden. Daran anknüpfend könnten neue Gewerbeflächen und dann Gebiete für die Wohnbebauung entwickelt werden. Die Rechenzentren sollten sich „weitestgehend harmonisch“ in die Wohnsiedlungen einfügen und ihre Abwärme zum Heizen zur Verfügung stellen. Zuletzt hat die Stadt die Ansiedlung von weiteren Rechenzentren in Seckbach per Bebauungsplan untersagt. Anwohnerinnen und Anwohner hatten die Rechenzentren als störend empfunden.

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