Forderung

Frankfurt: Rechenzentren nur noch mit Ökostrom

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Die Linke im Frankfurter Römer fordert strenge Regeln für die Ansiedlung neuer Rechenzentren. Denn diese haben einen gewaltigen Strombedarf.

Die Linke im Römer dringt auf strenge Regeln für die Ansiedlung und den Betrieb von Rechenzentren. Mit einem Antrag an das Stadtparlament will sie erreichen, dass nur Rechenzentren genehmigt werden, die mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden und deren Abwärme für die Versorgung umliegender Gebäude genutzt oder in das Fernwärmenetz eingespeist wird.

Die Fraktion begründet ihren Antrag mit dem riesigen Strombedarf der Rechenzentren. Diese haben nach Zahlen des Umweltdezernats im Jahr 2017 zusammen 1037 Gigawattstunden Strom verbraucht – mehr als alle Frankfurter Haushalte zusammen. Eigentlich sollte der Endenergieverbrauch in Frankfurt im Vergleich zu 1990 bis zum Jahr 2050 um 50 Prozent sinken. Tatsächlich stieg dieser aber leicht an, was das Dezernat auch mit dem Wachstum der Rechenzentren begründet.

Die Linke weist auf den steigenden Kohlendioxidausstoß der Rechenzentren hin. Der habe im Jahr 2017 bei 575 000 Tonnen, im Jahr 2015 noch bei 373 200 Tonnen gelegen. Mit einem konsequenten Umstieg auf Strom aus erneuerbaren Energien lasse sich der Ausstoß drastisch zurückfahren, heißt es bei der Linken.

Die Linke hält zudem eine Nutzung der Abwärme der Rechenzentren für dringend nötig. Bisher werde diese mit Strom heruntergekühlt, was erheblich zum sehr hohen Verbrauch der Anlagen beitrage. Wenn die Abwärme nicht direkt im Umfeld genutzt werden könne, sollte diese nach Ansicht der Fraktion in das Fernwärmenetz fließen.

Der Frankfurter Energieversorger Mainova spreche zwar von unüberwindlichen Hürden, weil das Fernwärmenetz höhere Temperaturen und Drücke verlange, als bei der Abwärme anfallen, heißt es. Die Linke sieht aber die Möglichkeit, die Abwärme mit Wärmepumpen auf das notwendige Niveau zu bringen. 

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