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Feldbahn fürchtet um Existenz - Kritik an Umzugsplänen von Dippemess an den Rebstock

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Von: Matthias Bittner

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Wenn die Dippemess an den Rebstock zieht, können dort keine Züge mehr fahren. Für die Feldbahn in Frankfurt ist diese Nachricht existenzbedrohend.

Frankfurt - Düster ist die Prognose von Marco Barazzuol: Wenn die Züge des Vereins Frankfurter Feldbahnmuseum nicht mehr auf ihrer Hausstrecke im Rebstockpark fahren können, müsse der Verein schließen. Mit den monatlichen Fahrtagen verdiene man das Geld, um den Erbpachtzins an die Stadt Frankfurt zahlen zu können, erklärte der stellvertretende Vereinsvorsitzende am Montagabend (12. September) in der Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald). In der aktuellen Diskussion um die Verlagerung des Festplatzes vom Ratsweg an den Rebstock bat er das Gremium um Unterstützung. „Ansonsten wird ein 50 Jahre alter Verein kaputt gemacht.“

Der Umzug des Festplatzes wird derzeit geprüft, weil in Bornheim ein Neubau für die Europäische Schule errichtet werden soll. Deshalb muss auch ein neuer Standort für den Festplatz her, geprüft werden derzeit zwei Standorte: der Messeparkplatz am nördlichen Parkrand sowie ein Standort südlich des Weihers in unmittelbarer Nachbarschaft zum Feldbahnmuseum.

Frankfurt: Existenzbedrohende Nachricht für Feldbahn - Vorstand zeigt sich frustriert

Barazzuol ist seit Mai im Vorstand. Angesichts erneut existenzbedrohender Nachrichten – zuletzt war der Standort des Feldbahnmuseums wegen der Bebauung des Busdepots gefährdet gewesen – ist der junge Mann frustriert. „Ich habe keine Lust die 200 Mitglieder stets aufs Neue motivieren zu müssen.“ Im Mai war auch erst der neue Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren unterschrieben worden – zu deutlich angehobenen Konditionen. Starke Worte richtete er deshalb an die Stadt: „Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob die mich veräppeln wollen.“

Rund 30 000 Gäste kommen pro Jahr ins Feldbahnmuseum. rolf oeser
Rund 30 000 Gäste kommen pro Jahr ins Feldbahnmuseum. rolf oeser © Rolf Oeser

Der Festplatz sei mit Dippemess, Zirkus-Gastspielen, Verkaufsausstellungen und diversen anderen Veranstaltungen rund 200 Tage im Jahr belegt. Barazzuol sieht da kaum noch Spielraum für Fahrtage. Grundsätzlich kritisiert er, dass die Infrastruktur für einen Festplatzbetrieb nicht vorhanden sei. Und: „Ich glaube kaum, dass im Park der Boden dafür geeignet ist, eine Achterbahn aufzustellen.“

Frankfurt: Ortsbeirat sieht Dippemess im Rebstockpark kritisch

Ähnlich kritisch hatte sich der Ortsbeirat bereits geäußert. Der Rebstockpark sei ein Naherholungsgebiet und Landschaftsschutzgebiet. Dippemess und Zirkus-Gastspiele seien dort nicht vorstellbar. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Anwohner:innen seien bereits jetzt wegen des Messebetriebes und dem damit einhergehenden Parkplatzsuchverkehr über Gebühr belastet. Bei einer Verlagerung des Festplatzes aufs südliche Rebstockgelände sei der Museumsbetrieb für den Verein nicht mehr möglich, schloss er.

Das will der Ortsbeirat vermeiden, weil das Museum eine Touristenattraktion darstellt. Mit seiner Fahrzeugsammlung von 200 Exemplaren ist es das größte Museum seiner Art in Europa. 30 000 Besucher:innen kommen jährlich. Eine beachtliche Zahl, da es jeweils nur am ersten Sonntag eines Monats und bei Sonderveranstaltungen, etwa dem Oldtimertreffen geöffnet ist. Verabschiedet hat der Ortsbeirat einen gemeinsamen Antrag von CDU und SPD mit der Bitte, unverzüglich zu informieren, ob und wann der Magistrat eine Machbarkeitsstudie zur Verlagerung der Dippemess an einen Standort im Rebstockviertel vorlegt. (Matthias Bittner)

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