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Frankfurt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (l.) besucht die Ateliers in der Gutleutstraße.
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Frankfurt: Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn (l.) besucht die Ateliers in der Gutleutstraße.

Frankfurt

Frankfurt: Raum für kreative Köpfe

Das Hessische Atelierprogramm unterstützt Künstlerinnen und Künstler in Frankfurt. Sie arbeiten an ungewöhnlichen Themen

Das farbenfrohe Foto eines Wohnzimmer-Interieurs, das wie ein Stillleben alter Schule daherkommt, irritiert beim genaueren Hinsehen mit seltsamen Details. Ist das ein Bein, das da als Ausstellungsstück auf dem Teetisch steht? Und was ist das für eine seltsame Figur auf dem Gemälde im Gemälde?

Die Frankfurter Künstlerin Franziska Wildt hat ihr Werk „Canned“ neben anderen in einem lichtdurchfluteten Atelier aufgehängt. „Das ist ja fast ein Ausstellungsraum und kein Atelier mehr“, ruft Hessens Kulturministerin Angela Dorn.

In der Tat – Wildt arbeitet in einem der schönsten Räume im Atelierhaus des Vereins Basis in der Gutleutstraße, der ehemaligen Landesbildstelle. Heute gehört es zwar nicht mehr dem Land Hessen, aber das Land unterstützt Künstler und Künstlerinnen wie Franziska Wildt. Sie kann das Atelier kostenfrei nutzen als Stipendiatin des Hessischen Atelierprogramms (HAP), das die schwarz-grüne Landesregierung in diesem Jahr aufgelegt hat.

Hier, im größten von fünf Atelier-Standorten von Basis, wurde bei einem früheren Besuch der Ministerin Dorn die Idee zu dem Programm geboren. „Es geht nicht nur um Räumlichkeiten, es geht auch um Mentoring“, betont die Grünen-Politikerin.

Ateliers

Das Hessische Atelierprogramm (HAP) soll Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler verbessern. Diese erhalten für jeweils vier Jahre kostenlose Räume und werden durch Mentoring unterstützt.

Der Verein Basis e.V., der über rund 120 Atelierräume in Frankfurt verfügt, ist Programmpartner. Er stellt bisher acht HAP-Ateliers zur Verfügung. Vier weitere kommen 2022 hinzu.

Das HAP-Austauschprogramm IEPA ermöglicht es Künstlerinnen und Künstlern, sich international zu vernetzen. Sie können sich um jeweils dreimonatige Arbeitsaufenthalte im Ausland bewerben. pit

Informationen unter www.basis-frankfurt.de/de/hap-
hessisches-atelierprogramm

Jakob Sturm, der sie gemeinsam mit Kuratorin Christin Müller und HAP-Koordinatorin Mariam Kamiab durch die Räume führt, ist einer der künstlerischen Leiter von Basis e.V., Ziel sei es, dass Frankfurt eine „erste Adresse für Kunst in Deutschland und Europa“ wird, formuliert Sturm.

Auch Ministerin Dorn betont, dass hervorragende Künstlerinnen und Künstler in Frankfurt und Offenbach ausgebildet würden. Mit dem Atelierprogramm solle dafür gesorgt werden, dass sie auch blieben.

Vom „Berlin-Hype“ in der Künstlerszene berichtet Dennis Siering, auch ein Künstler, der vom Atelierprogramm profitiert und nicht dem Hype gefolgt ist, sondern in den Basis-Räumen seine künstlerische Heimat gefunden hat. „Ich mag’s hier einfach unglaublich gern“, schildert er der Ministerin. Siering arbeitet mit Material, das wie Stein aussieht und im Meer gefunden wird – in Wirklichkeit ist es aber viel leichter: Es handelt sich um Plastikreste, viele davon vor Jahrzehnten benutzt und weggeworfen. Das Thema fasziniert ihn, Kunst und Wissenschaft vermischen sich in Sierings Werk.

Ein Stockwerk höher werkelt Mark Schreiber an seinen Audiokunstwerken – Installationen mit Klängen und Worten, für die er Texte des 95-jährigen Frankfurter Poeten und Grafikers Franz Mon verwendet. Schreiber hat das hessische Künstler-Austauschprogramm genutzt, um sein Werk in der hessischen Partnerregion Nouvelle-Aquitaine weiterzuentwickeln.

Angela Dorn zeigt sich fasziniert von der Kreativität in diesem Haus. „Ich freue mich sehr, dass dieses Programm einen so großen Anklang gefunden hat“, sagt sie. (Pitt von Bebenburg)

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