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Frankfurter Ratswegbrücke: Vollsperrung für 17 Tonnen Stahl

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Von: Levin Horst

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Die Übergangskonstruktion verbindet den festen Teil der Brücke, das Widerlager mit dem beweglichen Teil, dem Überbau.
Die Übergangskonstruktion verbindet den festen Teil der Brücke, das Widerlager mit dem beweglichen Teil, dem Überbau. © Monika Müller

Die Ratswegbrücke an der A661 in Frankfurt bekommt einen neuen Fahrbahnbelag. Dabei sollen Widerlager und Übergänge ausgetauscht werden.

Frankfurt - Pralle Sonne im Frankfurter Ostend: Als wäre das Wetter nicht schon schweißtreibend genug, schweißen hier etwa ein Dutzend Bauarbeiter:innen auf der Ratswegbrücke etliche Eisenstangen ab. Sie wollen ein neues Bauteil einsetzen. Dieses hängt noch an zwei Kränen über der Fahrbahn herunter und wird über die gesamte Breite der Brücke manövriert. Das Teil soll die Dehnungen und Bewegungen der stark befahrenen Brücke kompensieren und noch am kommenden Freitag einbetoniert werden. So beginnt ein weiterer Schritt der großen Ratswegbrückensanierung.

Die im Jahre 1983 erbaute Ratswegbrücke ist nicht nur Zubringer zur A661, sondern darüber hinaus eine wichtige Verkehrsverbindung für Autos, Straßenbahnen, Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen. Laut Angaben des Amtes für Straßenbau und Erschließung (ASE) ist sie in die Jahre gekommen. Es bestanden Risse im Beton, die Fahrbahn musste saniert werden und es müssten auch neue Verschleißteile her.

Ratswegbrücke in Frankfurt: Widerlager und Übergänge ausgetauscht

Jetzt sollen Widerlager und Übergänge ausgetauscht werden. „Das war einfach überfällig“, sagt Christian Hartmann, Brückenbauingenieur des ASE. Auch die VGF werde ihre Gleise austausche. Bereits am 28. März begann die erste Teilsperrung, daraufhin erfolgte am 23. Juli eine bislang anhaltende Vollsperrung. Ein 17 Tonnen schweres und 18 Meter breites Bauelement werde jetzt in die Fahrbahn mit eingebaut.

Diese sogenannte Übergangskonstruktion verbinde den festen Teil der Brücke, das Widerlager, mit dem beweglichen Teil, dem Überbau. „Das soll die Längsausdehnungen ausgleichen, die durch die Temperaturunterschiede resultieren“, sagt Hartmann. Die Stahlkonstruktion setzt sich, erklärt Hartmann, aus sogenannten Lamellen zusammen. Das sind Abschnitte, die jeweils mit Sinusplatten bestückt sind. Diese sollen den Lärm im Autoverkehr mildern.

Ratswegbrücke in Frankfurt: Lieferengpässe und Personalmangel

Zudem soll diese geräuscharme Übergangskonstruktion die Entwässerung auf der Fahrbahn kontrollieren, die gezielt in ein Wasserrohr führt. Die Stahlkonstruktion werde darüber hinaus die Fahrbahn vor Frost und Streusalzeinwirkung schützen. „DIe Nutzungsdauer beträgt mit diesen Umbauten weitere 25 Jahre“, fügt Christian Hartmann hinzu.

Die Öffnung für beide Fahrstreifen werde laut Tamara Schempp, Pressereferentin der ASE, nicht wie geplant Ende Oktober stattfinden können. Die Fertigstellung der Fahrbahn werde sich nämlich wegen Lieferengpässen und Personalmangel verzögern. Die Baukosten belaufen sich bislang auf 3,8 Millionen Euro für die Stadt. Der VGF-Anteil liegt hierbei bei rund 1,2 Millionen Euro. Als Nächstes ist der Abriss der Casella-Brücke über dem Alessa-Gelände geplant, sagt Michaela Kraft, Leiterin des ASE. (Levin Horst)

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