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Zertrümmert liegt das Unfallauto, ein schwarzer Peugeot, auf der Mörfelder Landstraße in Frankfurt auf dem Dach. dpa
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Zertrümmert liegt das Unfallauto, ein schwarzer Peugeot, auf der Mörfelder Landstraße in Frankfurt auf dem Dach. dpa

Verkehr

Frankfurt: Raser überfährt zwei Fußgänger

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Ein Autofahrer fährt in Frankfurt-Sachsenhausen über Rot und tötet zwei Passanten. Ein Zeuge spricht von einer „Amokfahrt“.

Am Tag nach dem tödlichen Unfall in Sachsenhausen herrscht immer noch Entsetzen. Menschen haben Kerzen an der Unfallstelle angezündet, um der beiden Toten zu gedenken. Die Polizei hat den Bereich abgesperrt.

Was war passiert? Ein 38 Jahre alter Mann aus Darmstadt raste am Samstag gegen halb drei Uhr mit seinem schwarzen Peugeot 208 den Polizeiangaben zufolge über die Stresemannallee auf die Mörfelder Landstraße in Richtung Darmstädter Landstraße. Er fuhr dabei deutlich schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer, wie Zeugenaussagen nahelegen.

An der Kreuzung Mörfelder Landstraße und Oppenheimer Landstraße zeigte die Ampel laut Polizeibericht rot. Auf der rechten der beiden Fahrspuren hielten Autos. Zwei Fußgänger hatten Grün und wollten gerade von rechts kommend die Straße überqueren.

Der 38-Jährige bremste aber nicht. Er fuhr auf der linken der beiden Fahrspuren bei Rot über die Ampel. Mit seinem Wagen fuhr er die beiden Fußgänger im Alter von 31 und 40 Jahren um. Dem Polizeibericht zufolge verlor der Fahrer daraufhin die Kontrolle über sein Fahrzeug. Der Peugeot geriet ins Schlingern, erwischte ein Wahlplakat, Blumenkübel, prallte gegen einen geparkten Wagen. Das Fahrzeug überschlug sich, landete zum Schluss auf dem Dach.

Der 38-Jährige schaffte es trotz Verletzungen, sich aus dem Unfallwagen zu befreien. Statt den beiden Unfallopfern zu helfen, machte er Anstalten, den Unfallort zu verlassen, was Passanten, die das Geschehen beobachtet hatten, zu verhindern wussten. Sie hielten ihn auf, bis die Polizei kam.

Die Rettungskräfte brachten die beiden Schwerverletzten ins Krankenhaus. Die beiden Männer starben kurz darauf an ihren Verletzungen. Auch der 38-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er sich auch am Sonntag noch befand. Bis Samstagabend war die Unfallstelle gesperrt.

Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und Unfallflucht ein. Wer durch Fahrlässigkeit einen Menschen tötet, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Dass der Autofahrer zu schnell fuhr und sogar mehrere rote Ampeln missachtet hat, legt eine Schilderung von Herbert Schmoll nahe. Er ist Sprecher der Bürger:inneninitiative gegen die Mainkaisperrung und war Zeuge des Geschehens.

Der Fahrer habe ihn auf der Mörfelder Landstraße in Höhe der Straßenbahnhaltestelle Beuthener Straße mit überhöhter Geschwindigkeit überholt, obwohl die Fahrbahn dort einspurig sei. Schmoll schätzte seine Geschwindigkeit auf „130 bis 150 Stundenkilometer“. Er habe den Raser daraufhin verfolgt. Dieser sei bei Rot über die nächste Ampel vor der Eisenbahnunterführung gefahren. „Wenn dort jemand über die Fußgängerampel gegangen wäre, hätte es mit Sicherheit schon Tote gegeben“, sagte er. Schmoll sprach von einer „Amokfahrt“. Die Polizei bittet weitere Zeugen um ihre Aussagen. Sie sollen sich beim 8. Polizeirevier unter der Rufnummer 069/755 108 00 melden.

Das Geschehen erinnert an den tödlichen Unfall im Ostend am 21. November. Damals hatte ein 38 Jahre alter Frankfurter mit seinem BMW-SUV in der Oskar-von-Miller-Straße zwei Fußgänger:innen und einen Radfahrer überfahren. Bei dem Unfall starben ein 27-jähriger Fahrradkurier von Lieferando und ein 61-jähriger Fußgänger. Eine 31-Jährige wurde schwer verletzt. Die Polizei geht von überhöhter Geschwindigkeit als Unfallursache aus. Der Unfall löste Diskussionen in der Stadtpolitik aus. Anwohner:innen und der Ortsbeirat 4 setzten sich für Tempolimit und Blitzer ein. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) kündigte an, einen „Enforcement Trailer“ zur Geschwindigkeitsüberwachung aufzustellen.

Kerzen erinnern an die Unfallopfer. Rolf Oeser

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