Hessen, Frankfurt: Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill nimmt bei einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium Stellung zu den gewalttätigen Krawallen in der Nacht zum Sonntag auf dem Opernplatz der Stadt.
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Nach der Randale auf dem Opernplatz in Frankfurt nimmt Polizeipräsident Gerhard Bereswill auf einer Pressekonferenz Stellung.

Eskalation am Opernplatz

Randale am Opernplatz in Frankfurt: Stadt verkündet Maßnahmen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt will mit mehr Einsatzkrtäften und Betretungsverboten auf die Nacht der Randale am Opernplatz in Frankfurt reagieren.

  • Am Opernplatz in Frankfurt ist es zu massiven Ausschreitungen gekommen
  • Nach einer großen Schlägerei wurden Polizisten mit Flaschen beworfen
  • Es kam zu insgesamt 39 Festnahmen, mindestens fünf Polizistinnen und Polizisten wurden verletzt

Update, 16:11 Uhr: Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz zu der Randale-Nacht am Opernplatz in Frankfurt haben Vertreterinnen und Vertreter der Stadt weitere Maßnahmen bekannt gegeben. Anwesend waren Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) und Polizeipräsident Gerhard Bereswill.

Krawalle am Opernplatz in Frankfurt: 39 Personen festgenommen

Insgesamt erlitten bei den Krawallen am Opernplatz in Frankfurt demnach fünf Polizisten eine Prellung. 39 Personen befinden sich in Untersuchungshaft. Die Tatverdächtigen seien zwischen 17 und 23 Jahre alt, teilte die Polizei mit. 29 davon wohnen nicht in Frankfurt.

Stadt und Polizei haben zudem weitreichende Maßnahmen bekannt gegeben. Für den Opernplatz Frankfurt gilt ab dem 24.07.2020, jeweils ab 1:00 Uhr, ein Betretungsverbot. An öffentlichen Plätzen in der ganzen Stadt soll die Polizeipräsenz erhöht werden. Gegen die Tatverdächtigen, die nicht in Frankfurt gemeldet sind, soll eine Aufenthaltsverfügung erlassen werden.

Update vom Montag, 20.07.2020, 04:00 Uhr: Nach Vorfällen rund um den Opernplatz in Frankfurt in der Nacht zum Sonntag treffen sich an diesem Montag (20.07.2020) Vertreter der Stadt und der Polizei zu einer Sicherheitskonferenz. Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) hat nach eigenen Angaben unter anderen Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), den Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill, die Ordnungsbehörde und das Gesundheitsamt zu einem Gespräch in den Römer eingeladen.

Frank zufolge sollen bei dem Treffen „weitere Maßnahmen“ besprochen werden. Der Frankfurter Polizeipräsident Bereswill sagte bei einer Pressekonferenz am Sonntag, bei dem Gespräch werde erörtert, welche Maßnahmen aus der Krawallnacht abzuleiten seien. „Man muss genau überlegen, was man tut“, sagte Bereswill am Sonntag. Eine mögliche Sperrung des Opernplatzes halte er nicht für sinnvoll, die Probleme würden sich dann nur auf andere öffentliche Plätze verlagern.

Opernplatz Frankfurt: „Ein Hagel von Flaschen“

Erstmeldung vom 19.07.2020: Frankfurt - Fünf verletzte Polizisten, 39 Festnahmen, mehrere Tausend Euro Schaden. Das ist die vorläufige Bilanz der Randale auf dem Opernplatz in Frankfurt in der Nacht auf Sonntag.

Wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill auf der eilig einberufenen Pressekonferenz am Sonntagmittag erläuterte, begann die Party auf dem Frankfurter Opernplatz wie in den Wochen zuvor friedlich. Etwa 3000 Menschen seien zusammengekommen, „es herrschte ein gute Grundstimmung“, so Bereswill - wie auch im übrigen Stadtgebiet, am Main, im Hafenpark, im Grüneburgpark, an der Hauptwache, auf der Fressgass, wo sich etwa 5000 bis 6000 Menschen aufhielten.

Randale und Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt: Am Lucae-Brunnen prügelten sich 25 bis 30 Menschen

Die Stimmung auf dem Opernplatz sei gegen 1 Uhr aggressiver geworden, führte Bereswill aus. Unter dem Einfluss von Alkohol habe es Streitigkeiten und körperliche Auseinandersetzungen gegeben. Viele Menschen seien daraufhin, auch weil es spät war, nach Hause gegangen.

Als die Stimmung endgültig kippte, gegen 3 Uhr, seien noch 500 bis 800 Menschen auf dem Platz gewesen. 25 bis 30 Menschen begannen, sich am Lucae-Brunnen zu prügeln. Ein Mann sei verletzt worden, habe stark geblutet. Als zehn Polizisten versucht hätten, den Mann zu bergen, hätten die Schläger ihre Aggressivität vereint gegen die Polizei gerichtet, führte Bereswill aus. Flaschen seien geflogen, die Menge habe gejohlt, geklatscht und „ACAB“ gerufen - das steht für „All cops are bastards“.

Mehrere Gruppen solidarisierten sich bei Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt gegen die Polizei

Die zehn Polizisten hätten sich daraufhin zurückgezogen und Verstärkung gerufen. Schon beim Eintreffen der Streifenwagen seien Flaschen auf die Wagen geflogen, so Bereswill. Die Beamten hätten sich in zwei Ketten mit Schutzschilden aufgestellt, weitere Flaschenwürfe folgten. „Dann fiel der Entschluss, den Platz zu räumen“, sagte der Polizeipräsident.

Die Polizisten hätten die 500 bis 800 Menschen in Richtung Fressgass gedrängt, während „ein Hagel von Flaschen“ auf die Polizisten niedergegangen sei. Eine Polizeikette habe sich über die Hoch- und Kaiserhofstraße bewegt und die Menschenmenge damit umzingelt, um Festnahmen durchzuführen. 39 Menschen seien vorläufig in Gewahrsam genommen worden, so Bereswill, acht seien noch immer in Haft. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft werde geprüft, sie wegen schweren Landfriedensbruchs anzuzeigen. „Diese Entscheidung steht noch aus“, sagte er. Maßgeblich sei das dokumentarische Material, welches die Polizei gesammelt habe.

Die 39 Festgenommenen seien junge Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren. Neun von ihnen stammten aus Frankfurt. Die anderen aus dem Umland - unter anderem aus Offenbach, Hanau, Darmstadt, Limburg. „Vorwiegend sind es Männer mit Migrationshintergrund“, sagte er.

Randale und Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt: Mindestens fünf Polizeibeamte verletzt

Die fünf verletzen Polizisten hätten Schürfwunden und Prellungen erlitten. Möglicherweise kämen weitere verletzte Polizisten hinzu, die zunächst nach Hause gegangen seien.

Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro entstand demnach an den Polizeiwagen sowie an einer Bushaltestelle an der Mainzer Landstraße, deren Scheiben zertrümmert worden seien.

Frankfurt: Polizeipräsident und Sicherheitsdezernent beraten am Montag über weiteres Vorgehen am Opernplatz

Einordnend sagte Bereswill, dass sich die Stimmung in der Bevölkerung in den letzten Wochen vermehrt gegen die Polizei gerichtet habe. Hintergrund sei das nach wie vor unaufgeklärte Abgreifen persönlicher Daten aus Polizeicomputern im ersten Revier in Frankfurt sowie im vierten Revier in Wiesbaden, das zu rechtsextremen Drohmails des „NSU 2.0“ unter anderem gegen die Linken-Politikerin Janine Wissler und die Kabarettistin Idil Baydar geführt hatte, außerdem die Debatte um Polizeigewalt im Rahmen von Black Lives Matter.

„Es gibt eine aufgeheizte, undifferenzierte Vorwurfslage“, sagte er. Polizistinnen und Polizisten würden pauschal als Rassisten verunglimpft. Am Montagvormittag treffe er sich mit Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) im Römer, um über das weitere Vorgehen am Opernplatz und weiteren Frankfurter Plätzen zu beraten.

Die Polizei ruft dazu auf, Fotos und Videos von der Randale auf dem Opernplatz in ihrem Hinweisportal einzureichen. Außerdem hat die Polizei eine Rufnummer eingerichtet: 069/755-53110. (Von Florian Leclerc)

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