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Frankfurt: Radwege auf der Berliner Straße

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Von: Boris Schlepper, Florian Leclerc

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Die Berliner Straßen wurde autofreundlich gebaut, nun bekommt auch der Radverkehr Platz. Foto: Peter Jülich
Die Berliner Straßen wurde autofreundlich gebaut, nun bekommt auch der Radverkehr Platz. © Peter Jülich

Auf der Berliner Straße, einer wichtigen Ost-West-Achse in der Frankfurter Innenstadt, fällt eine Fahrspur weg zugunsten von Radwegen, Lieferzonen und Fahrrad-Abstellplätzen.

In Frankfurt markiert die Stadt Radwege auf der Berliner Straße in beide Richtungen. Die Radwege würden bis zu 2,7 Meter breit, rot markiert und in einigen Abschnitten mit Trennelementen ausgestattet, teilte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) mit. Zwischen den Radwegen und den Kfz-Parkplätzen soll es Sicherheitstrennstreifen geben. Die Berliner Straße ist neben der nördlichen Mainuferstraße die wichtigste Ost-West-Achse in der Innenstadt.

Wie Majer weiter ausführte, würden der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Ausbau der Radwege miteinander verschränkt. Im Herbst 2022 baue die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) die Haltestelle Börneplatz um, damit dort die 40 Meter langen neuen Straßenbahnwagen vom Typ T halten könnten. Aus diesem Grund falle in der Battonnstraße der rechte Fahrstreifen in Richtung Osten für den Kfz-Verkehr weg. Die Restbreite der Fahrspur genüge aber für eine Radverkehrsführung. Diese werde in die Berliner Straße verlängert.

Radwege und Lieferzonen

Zwischen Kornmarkt und Fahrgasse soll es auf der Berliner Straße Radwege mit einer Breite zwischen 2,3 und 2,7 Meter geben. Für den Kfz-Verkehr stehe in jede Richtung künftig eine Fahrspur zur Verfügung. Zwischen Kornmarkt und Hasengasse kämen vier Ladezonen für den Lieferverkehr und weitere Stellplätze für E-Scooter hinzu. Einige Kfz-Parkplätze fielen weg, andere würden auf 2,50 Meter verbreitert, damit auch dort Lieferfahrzeuge halten könnten. 36 neue Fahrradbügel kämen hinzu. Auch für E-Scooter soll es Platz geben.

„Mit dem Umbau der Berliner Straße schaffen wir neben dem Mainkai zum einen eine attraktive West-Ost-Verbindung für den Radverkehr“, sagte Verkehrsdezernent Majer. „Zum anderen ordnen wir den Straßenraum neu und gewinnen so weitere Möglichkeiten, diesen gewinnbringend zu nutzen.“

Um den Radweg und die Lieferzonen errichten zu können, werde das Amt für Straßenbau und Erschließung vorab die Fahrbahn auf Teilen der Berliner Straße sanieren. Die Arbeiten beginnen in dieser Woche und sollen Ende April beendet sein. Nach der Deckensanierung soll bereits die Radverkehrsführung markiert werden.

Während der Bauarbeiten bleibt im jeweiligen Bauabschnitt je eine Fahrspur in jeder Fahrtrichtung für den Kfz-Verkehr offen. Eine Vollsperrung der Fahrgasse zwischen Töngesgasse und Berliner Straße ist für die Bauarbeiten im Kreuzungsbereich Berliner Straße/Fahrgasse nötig. Die Sperrung ist in den hessischen Osterferien von Montag, 11. April, bis Montag, 25. April. In dieser Zeit wird die Töngesgasse zwischen Hasengasse und Fahrgasse zur Sackgasse. Die Stadt richtet für den Verkehr eine Umleitung ein. Die Kosten werden mit 280 000 Euro angegeben.

Radwege auf City- und dem Anlagenring

Auch auf dem City- und dem Anlagenring soll es künftig durchgängige Radwege geben, sagte Stefan Lüdecke von der Stabsstelle Radverkehr im Verkehrsdezernat bei einer Sitzung des Ortsbeirats 1, der unter anderem für die Innenstadt zuständig ist. Dafür müsse voraussichtlich eine Fahrspur in Teilen aufgegeben werden. Derzeit arbeite ein Büro an einer Machbarkeitsstudie, die voraussichtlich im Sommer vorgestellt werde.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt begrüßte den Radwegeausbau. „Es ist relativ viel in Arbeit, viele Projekte kommen voran“, sagte der verkehrspolitische Sprecher Bertram Giebeler. Auch den Radweg an der Senckenberganlage hob er lobend hervor. Dennoch mahnte er, dass auch bei den Lücken im Radwegenetz auf der Friedberger Landstraße, der Eschersheimer Landstraße und am Hauptbahnhof in Südrichtung etwas geschehen müsse.

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