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Frankfurt: Queere Menschen besser schützen

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Von: Timur Tinç

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Botschaft für eine diverse Gesellschaft. Foto: Peter Jülich
Botschaft für eine diverse Gesellschaft. © Peter Jülich

Frankfurter Diversitätsausschuss diskutiert nach LSBTIQ-feindliche Angriffen über Gegenmaßnahmen und Aufklärungskonzepte. Vorstand des Stadtschüler:innenrates berichtet über Angst in der Schule und fehlende Hilfe der Lehrkräfte.

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) versprach Kalani Karakaya: „Ich komme an ihre Schule und dann sprechen wir darüber“. Karakaya ist im Vorstand des Stadtschüler:innenrates und war am Donnerstag zu Gast im Ausschuss für Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa im Frankfurter Römer. „Als queere Schülerin habe ich manchmal Angst in die Schule zu gehen“, sagte Karakaya. Sie berichtete von einem Freund, dem Schläge angedroht wurden. „Wir sind zu der Schulleitung und zu den Lehrern gegangen. Und immer wurde uns gesagt, dass man nichts machen kann“, erzählte Karakya. Außerdem hätte sie die Lehrkräfte darüber aufklären müssen, was es bedeute queer zu sein.

„Das ist ein No-Go. Das ist wirklich schlimm“, befand Eskandari-Grünberg. „Wir müssen in der Pädagogik Konzepte entwickeln und die erste Pädagogik bedeutet Solidarität.“ Anlass für die Diskussion im Ausschuss war die Zurückstellung eines CDU-Antrags, der den Magistrat auffordert LSBTIQ-feindliche Angriffe zu verurteilen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, dass es dazu nicht mehr kommt und mehr Polizeipräsenz fordert. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Angriffen auf queere Menschen in der Innenstadt gekommen, darunter auch auf die bekannte Dragqueen Electra Pain.

„Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept und wir werden einen Antrag dazu liefern“, sagte Emre Telyekar, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. Da die Communitys, die Polizei und der Präventionsrat miteinbezogen werden müssten. benötige es noch etwas mehr Zeit. Zwar habe es den Wunsch nach mehr Polizei gegeben, gleichzeitig habe es von den queeren Menschen Berichte gegeben, dass sie von der Polizei nicht korrekt behandelt worden seien. „Da braucht es einen sensiblen Umgang der Polizei, die aber nun am queeren Kreisel einen Streifenwagen an 24 Stunden abgestellt hat, um möglichen Angriffen entgegenzuwirken“, sagte Telyakar.

„Wir sind als Gesellschaft und Politik ganz konkret gefordert“, sagte Verena David (CDU). Dass Schülerinnen und Schüler Angst haben müssten sich zu outen, zeige das man noch ganz am Anfang stehe.

„Ich weiß von vielen Queers, dass sie erleichtert sind, wenn ein Polizeifahrzeug da steht.“ Es brauche mehr Angebote in der Innenstadt für junge Leute, die sich den Eintritt in teure Clubs nicht leisten könnten oder dort abgewiesen würden.

Da setzt auch der Vorschlag vom SPD-Stadtverordneten Omar Shehata an. Er fordert mehr Events in der City in den Abendstunden und städtebauliche Veränderungen. „Das könnte helfen die Gewaltexzesse einzudämmen“, ist Shehata überzeugt.

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