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Hockey wird überwiegend auf Kunstrasen gespielt.

Frankfurt

Frankfurt prüft Kunstrasenplätze - Gefahr durch Mikroplastik

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Frankfurt hat 40 Kunstrasenplätze. Die Felder könnten für einen Großteil des Mikroplastiks in der Umwelt verantwortlich sein.

Auf das Sportamt der Stadt kommt reichlich Arbeit zu. Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks plant die EU, Kunstrasenplätze mit Gummigranulat zu verbieten. Das Granulat sei ein Hauptverursacher für Mikroplastik in der Umwelt. Die Stadt Frankfurt hat derzeit 40 Kunstrasenplätze. Auf denen werde teilweise auch das nun als schädlich eingestufte Granulat eingesetzt, räumte die Leiterin des Sportams, Angelika Strötz, auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau ein. „Wir sind gerade dabei, uns einen Überblick zu verschaffen, wie viele Plätze betroffen sind“, so Strötz. Das sei nicht ganz so einfach, denn die Qualität und Zusammensetzung der Materialien hätten sich im Laufe der Jahre geändert.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt- Sicherheits- und Energietechnik hatten dem HR-Bericht zufolge in einer Studie festgestellt, dass Kunstrasenplätze in Deutschland für jährlich bis zu 10 000 Tonnen Mikroplastik in der Umwelt verantwortlich seien. Das Gummigranulat, das auf den Kunstrasen aufgetragen wird, hat eine ähnliche Funktion wie Erde bei Naturrasen. Das Granulat gelangt aber durch Wind, Regen und Reinigungsmaschinen in die Umwelt und wird auf den Kunstrasenplätzen regelmäßig erneuert. Die von der EU-Kommission beauftragte Europäische Chemikalienagentur empfiehlt ein Verbot der Plastikpartikel bis 2022. Die Lebensdauer eines Kunstrasenplatzes liegt laut Strötz bei etwa zehn bis 13 Jahren.

Ältere Plätze seien im vergangenen Jahr bereits erneuert worden. Auch hier ist aber unklar, welches System dabei verbaut wurde. In anderen Kommunen werde, so der Bericht, etwa auch schon umweltfreundlicher Sand als Füllmaterial genutzt.

Die Stadt Frankfurt hat so viele Kunstrasenplätze wie kaum eine andere deutsche Stadt, wie Sportdezernent Markus Frankfurt (CDU) immer wieder betont. Ziel ist es mittelfristig, auf allen 55 Frankfurter Sportanlagen einen Kunstrasenplatz anbieten zu können, um der starken Frequentierung der Plätze durch die Vereine Rechnung zu tragen. Alleine in diesem Jahr sollen sechs neue Plätze dazu kommen. Auch hier ist Strötz zufolge aber derzeit unklar, welche Kunstrasenvariante dabei vorgesehen ist. „Wir lassen derzeit prüfen, wie weit wir diese Vergabeverfahren noch beeinflussen können“, so Strötz. Das Sportamt ist zwar Auftrag- und Geldgeber der Kunstrasenplätze, den Bau selbst koordiniere aber das Grünflächenamt.

Plätze, bei denen das Gummigranulat zum Einsatz kommt und die noch so neu sind, dass eine Erneuerung bis 2022 nicht in Betracht kommt, müssten womöglich teuer saniert werden. Auch zu den etwaigen Kosten konnte das Sportamt noch keine Angaben machen.

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