Rechtsterrorismus

Frankfurt: Prozessbeginn im Fall Lübcke

  • Hanning Voigts
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Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Walter Lübcke beginnt am 16. Juni in Frankfurt. Es wird mit einem aufwendigen Strafverfahren gerechnet.

Der Strafprozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, den Neonazi Stephan Ernst, wird am 16. Juni in Frankfurt eröffnet. Wie das Oberlandesgericht Frankfurt mitteilte, habe das Gericht am Dienstag das Hauptverfahren in dem Fall eröffnet und die Anklage der Generalbundesanwaltschaft zur Hauptverhandlung zugelassen.

Dem 46 Jahre alten Ernst wird vorgeworfen, Walter Lübcke vor genau einem Jahr, in der Nacht auf den 2. Juni vergangenen Jahres, vor dessen Haus in Wolfhagen-Ishtar erschossen zu haben. Das Motiv für die Tat soll Ernsts völkische und rassistische Grundhaltung gewesen sein. Lübcke hatte sich für die Aufnahme von Flüchtlingen starkgemacht. Parallel muss Ernst sich wegen eines weiteren Tötungsdelikts verantworten: Im Januar 2016 soll er in Lohfelden bei Kassel einen irakischen Flüchtling mit einem Messer niedergestochen haben.

Neben Ernst wird seinem Kameraden Markus H. wegen Beihilfe zu dem Mord an Lübcke der Prozess gemacht. Der 44-Jährige soll Ernst aus geteilter rechtsradikaler Gesinnung heraus in seinem Tatentschluss bestärkt haben.

Das Oberlandesgericht hat bereits Prozesstage bis Ende Oktober festgelegt. Es wird mit einem aufwendigen Verfahren gerechnet.  

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