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Mitarbeiter der polizeilichen Spurensicherung sicherten Gegenstände am Fundort einer Frauenleiche im Frankfurter Niddapark.

Justiz

Mord im Niddapark: Mühsame Beweisaufnahme - Zeugen tauchen nicht auf

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Im Prozess um den Mord im Niddapark tauchen Zeugen nicht im Landgericht auf oder haben nichts zu sagen.

Frankfurt - Im Prozess um den Mord an Irina A. im Niddapark gestaltet sich die Beweisaufnahme immer schwieriger. Die Verhandlung vor dem Landgericht begann am Dienstag (05.11.2019) zunächst eine Stunde später, da der Angeklagte Jan M. aus der Untersuchungshaft in Preungesheim irrtümlich nach Hanau statt in die Innenstadt gefahren worden war. Von den geladenen Zeugen erschienen zudem zwei nicht.

Ein Zeuge entschuldigte sich wegen akuter Magen-Darm-Probleme, eine weitere Zeugin wurde von der Polizei entschuldigt. Die Kammer verlas die E.Mail eines Polizeibeamten, der mitteilte, dass die Zeugin nicht erscheinen werde. Die Frau, die einst als Geschäftsführerin für die Unternehmensgruppe des Angeklagten arbeitete, hatte in einem anderen Verfahren wegen Geldwäsche im Bereich der Gastronomie ausgesagt und wird seitdem offenbar belästigt. 

Frankfurt: Mord im Niddapark - Zeugen erscheinen nicht vor Gericht 

Der Polizeibeamte berichtet von einer Verfolgungsjagd durch die Hochheimer Weinberge, bei der die Frau mehrfach gestürzt sei. Sie sei von der Polizei nun aus Sicherheitsgründen an einen unbekannten Ort gebracht worden. Im aktuellen Prozess sollte die Zeugin zu einer möglichen Urkundenfälschung aussagen, die der Angeklagte begannen haben soll.

Die zwei Zeugen, die am Dienstag tatsächlich vernommen wurden, konnten wenig Erhellendes zur Aufklärung des Mordes beisteuern. Zunächst sagte ein Barmann aus, der 2016 gemeinsam mit einem Geldgeber das First In von Jan M. erwerben wollte. Der 34-Jährige kannte M. aus seiner Zeit als Mitarbeiter im Gibson. Der Verkauf zerschlug sich aber, die Absage erhielt der 34-Jährige von M. per SMS.

Prozess um Mord im Niddapark: Scharmützel zwischen den Prozessbeteiligten

Vor der Vernehmung des zweiten Zeugen entspann sich ein Scharmützel zwischen den Prozessbeteiligten, weil die Verteidigung schon mehrfach Zeugen im Vorfeld kontaktiert hatte. Der Vorsitzende Richter Volker Kaiser-Klan bezeichnete dies als „ungewöhnlich“. 

Verteidiger Hans Euler nannte den dabei mitschwingenden Vorwurf, er könne Zeugen beeinflussen wollen, „unerhört“. Der Zeuge selbst konnte dann nur bekunden, dass er als Mitglied des Ginnheimer Lauftreffs am Tatabend im Park einen weißen SUV gesehen habe, wie ihn auch das Opfer Irina A. fuhr. Er konnte sich aber nicht mehr erinnern, wer oder wie viele Personen in dem Fahrzeug gesessen hatten.

Auf Antrag der Verteidigung wurde im Gerichtsaal ein Tonmitschnitt von der polizeilichen Vernehmung der Lebensgefährtin von M. vorgespielt. Jene Shari S. hatte bereits vor Gericht ausgesagt, aber vom Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, da sie beschuldigt wird, M. ein falsches Alibi gegeben zu haben. Auch der Mitschnitt der erstaunlich redselig vorgetragenen Falschaussage brachte keine neuen Erkenntnisse.

Von Oliver Teutsch

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